Montag, 6. Mai 2013

"Hier ist die Bundespolizei"

...hörte ich gestern beim Wandern aus meinem Handy. 
"Wie jetzt? Das hört sich aber spannend an. Hab ich was verbrochen?", fragte ich.
"Vermissen Sie etwas?".
"Ja, meinen Autoschlüssel. Och, das ist aber schön, dass Sie deshalb anrufen".
"Nein, das ist es nicht. Haben Sie ein österreichisches Handy?", fragte der Beamte.
"Ja, aber warum fragen Sie danach? Ist doch nicht verboten".
"Ihr Handy wurde gerade von einem Radfahrer bei uns abgegeben".
"Nee, das kann nicht sein. Ich habe doch eben noch damit telefoniert.", antwortete ich.- Aber es war weg.


Werbung der Bundespolizei (klick)


Ich fuhr nach Bad Reichenhall in das mir bekannte Polizeigebäude. Der Mann am Schalter sagte, ich solle mich einen Moment hinsetzen, sie hätten noch andere Kundschaft. Er schaute auch etwas grimmig. Nee, dachte ich, das kann der Mann nicht sein, mit dem ich telefoniert hatte. 

"Ich will doch nur eben mein Handy abholen", quengelte ich durch die Glasscheibe.
"Bitte warten Sie, wir sind hier mit dem Mann noch nicht fertig".

Verstohlen drückte ich auf meinem deutschen Handy den Rückruf zu dem Polizisten, mit dem ich telefoniert hatte. Als der Diensthabende wieder an das Schalterfenster kam, fragte ich ihn, ob er mich gerade angerufen habe. Nein, hatte er nicht. Dann hörte ich aus meinem Handy die Stimme des wartenden Polizisten, den ich zurückgerufen hatte. Nun sprach ich mit beiden.

Dann erfuhr ich, dass ich ins Gebäude der Landespolizei gegangen bin. Aber ich sollte ins Gebäude der Bundespolizei.

Ich entschuldigte mich noch beim Diensthabenden der Landespolizei, weil ich gesagt hatte, er mit seiner Knötterigkeit könne niemals der Polizist sein, der mich gerade angerufen hat.
Den Hörer am Ohr, ließ ich mich von dem Bundespolizisten dann ein paar Häuser weiter und durch den Durchgang neben dem Schuhgeschäft bis hinten auf den Hof lotsen, wo die blauweißen Dienstfahrzeuge standen.

Ich wollte direkt durch das dicke Eisentor. Das war geschlossen. Alles wirkte wie eine Festung in dem gepflegten, versteckten Hof. Ich klingelte.
"Warten Sie, ich komme runter", sagte der Polizist.
Dabei wäre ich so gerne mal in die heiligen Hallen gegangen.

Ich dachte, der Beamte hätte hinten auf dem Handy mein Zettelchen gelesen, auf dem steht:
Bei Verlust bitte diese Nummer anrufen: dann die Nummer meines deutschen Handys.
Und beim deutschen Handy steht das Gleiche umgekehrt drauf, dass man meine österreichische Nummer eben anrufen soll. So habe ich immer mein verlorenes Handy wiederbekommen.

Der Zettel war aber nicht mehr drauf. Was hat der kluge Mann gemacht? Er ist das ganze Telefonbuch durchgegangen, bis da stand: Ich, deutsche Nummer .
Die rief er dann an und hatte mich sofort.
Er lachte, als ich sagte: "Oh, Sie sind aber ein guter Ermittler!". 
Dann fragte er mich, wie denn die Nummer sei. Die hab ich nicht im Kopf. Aber ich drückte auf meinem deutschen Handy auf 
Ich, österreichische Nummer, da klingelte mein Handy in seiner Hand. Und da erst gab er es mir.

Oh nee, was hatte ich gemacht? Ich telefonierte auf dem Weg mit beiden Handys gleichzeitig. Mit Freunden aus dem Ritterbund, dem einen richtete ich aus, was der andere sagte und umgekehrt. Dann stopfte ich das österr. Handy in die Westentasche, die aber noch durch eine Klappe verschlossen war. Zack, lag das Telefon in der Wiese. Ein Radfahrer hob es auf und brachte es zur Polizei.

Ach, ich fragte den Polizisten noch, warum es denn Bundespolizei und Landespolizei gibt. Es sei ein unterschiedlicher Zuständigkeitsbereich, meinte er. Ich wollte es jetzt aber genau wissen und rief dort nochmal an. Die Bundespolizei ist zuständig für Schleierfahndung und Bahnfahndung. Sie erwischt z.B. auf der Autobahn Salzburg-München die Lieferwagen, in denen Schleuser 14-20 Afrikaner nach Deutschland schleusen. Wie eben kürzlich hier auf der A 8 passiert.
Die Landespolizei ist zuständig für Verkehrsvergehen, Einbruch, Diebstahl, Tötung und die anderen Sachen.

Jetzt wissen wir Bescheid.
Und ich erneuere die Aufkleber an meinen Mobiltelefonen.


     

Kommentare:

  1. Lach, vielleicht solltest du deinen Hund zum Spürhund abrichten, so dass er alles wieder finde,t was du so verlierst. Aber wenigstens erlebst du so manches Interessante....
    LG Donna G.

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    1. Stimmt. Aber das Handy wurde schneller gefunden als dass ich es vermißt habe.
      LG Gisela

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  2. Schön, dass es noch ehrliche Finder gibt! Das läßt hoffen.

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    1. Nun ist mein österr. Handy ein uraltes Schätzchen. Da haben schon die Teenies aktuellere Mobiltelefone. Jeder kann wohl mit dem anderen mitfühlen, wie blöd es ist, sein Handy verloren zu haben.

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  3. Im Dinge verlieren bist Du Spitze.
    Ging ja gut aus.
    Ohne Handy sind Viele Hilflos.

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