Montag, 10. Dezember 2012

Ein Lächeln kostet nichts

Ein Lächeln kostet nichts und gibt so viel.
Es bereichert die, welche es empfangen,
ohne jene ärmer zu machen, die es verschenken.
Es kostet nur einen Augenblick,
aber die Erinnerung daran bleibt oft für immer.
Es ist kurz wie ein Blitz,
aber die Erinnerung daran
ist oft unvergänglich..
Niemand ist so reich oder mächtig,
dass er ohne ein Lächeln auskommen könnte,
oder so arm, dass es keine Bereicherung wäre.
Ein Lächeln bringt Glück ins Heim,
pflegt Wohlwollen im Geschäft,
und ist Zeichen von Freundschaft.
Es vermindert die Müdigkeit,
bringt gute Laune dem Entmutigten,
Sonnenschein dem Traurigen
und ist das natürlichste Mittel gegen Sorgen.
Es kann nicht erbettelt, ausgeliehen oder gestohlen werden,
weil es keinen Wert hat,
bis es weggegeben wird.
Einige Leute sind zu müde ein Lächeln zu verschenken.
Gib ihnen eines von dir,
weil keiner dein Lächeln besser gebrauchen kann
als der, welcher keines mehr geben kann.
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Und hier das Halleluja aus dem Messias 
von Georg Friedrich Händel
Dass da manche Gäste ihr Taschentuch herausholen, weil sie feuchte Augen bekommen, das kann ich gut verstehen.
An dieser Stelle vielen Dank Anette für den schönen Sinnspruch vom Lächeln und Gesine für den Tipp mit dem tollen FlashMob.
  

DVD Weihnachts-Backkurs

Sonntag, 9. Dezember 2012

Adventsmarkt auf Burg Gruttenstein

Gestern Abend war mittelalterlicher Adventsmarkt auf unserer Heimburg. Es hat alles gepasst. Der Duft nach gebrannten Mandeln, Glühwein und Jagertee. Es gab frittierte Kartoffelkringel, hauchdünn geschnitten. Bosna, heiße Waffeln, Speck- und Käse- und Schmalzbrote, als man hätte sich nur durchfuttern mögen.

Zwischendurch spielten Bläser wunderschöne Weisen.





Alex, eine unserer Burgfrauen, hatte feine Weihnachtsplätzchen gebacken und sie für unsere Ritterrunde mitgebracht.


In der Burg lernte ich ein nettes Ehepaar aus Freising kennen, die eigens zu diesem Weihnachtsmarkt nach Bad Reichenhall kamen. Sie hatten den Tipp von Freunden bekommen. Was hatten wir für einen Spaß!

Hier bin ich mit Ilka und Wilhelm zu Freising
Gemeinsam warteten wir auf unseren Burgpfaff, der im Burghof ein junges Eselchen taufen sollte.

Burfpfaff Richard der Gärr, Sohn des Cancelarius
Auf dem folgenden Bild seht Ihr die Muttereselin mit ihrem Fohlen. Das kleine, flauschige Eselchen wurde getauft auf den Namen Ursula von Gruttenstein.

Festtag für die Eselin und ihr Junges auf Gruttenstein
Nun ist der 2. Advent auch wieder vorbei. Draussen schneit es. Die Esel sind wieder in ihrem Stall bei der Burg. Und die Menschen, die ein warmes Lager und ein Dach über dem Kopf haben, machen nun auch so langsam das Licht aus.


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Samstag, 8. Dezember 2012

Meine Fahrt mit dem Wohnmobil nach Leipzig

Gestern Abend wurde in den Nachrichten berichtet, daß der Thomanerchor in Leipzig 800 Jahre alt wird. Als ich kurze Filmausschnitte von der Thomaskirche und dem berühmten Chor darin sah, erinnerte ich mich an meine Fahrt dorthin vor 10 Jahren.

Ich hatte mir im Februar 2002 mein lang ersehntes Wohnmobil gekauft und bin dann über die Osterfeiertage in die neuen Bundesländer gefahren. Meissen, Chemnitz, Dresden und Leipzig habe ich besucht. Auf dem Rückweg blieb ich noch im schönen Vogtland.

Nun denn, in Leipzig kam ich am Gründonnerstag an. Ich fand einen Platz für mein Mobil auf dem großen Parkplatz hinter dem Polizeipräsidium, welches immer in der Krimiserie "Soko Leipzig" zu sehen ist. Ich weiß noch, wie schockiert ich war, weil überall Glasscherben und kaputte Bierflaschen über dem Müllteppich auf dem Parkplatz lagen. Ich hatte jedesmal Schweißausbrüche, wenn ich mit dem Hund kurz rausging.

In Leipzig wurde ich auch vom Mittelaltervirus infiziert. Dort war ein toller Mittelaltermarkt, der mir jetzt noch bildlich in Erinnerung ist.

Nun aber zum Thomanerchor. Da ich ja alle Leute anquatsche und Fragen stelle, wenn ich unterwegs bin, wurde ich so auch gewahr, daß am Abend des Karfreitags der Thomanerchor in der historischen Thomaskirche singt. Oh, da wollte ich hin! Der Passant lachte mich aus, da könne man nicht so einfach kurzfristig hin, die Messe sei schon vorher ausgebucht.
Wenn ich das schon höre! Dann will ich erst recht dorthin.
Jedenfalls bin ich zum Wohnmobil gegangen, habe den Hund versorgt, mich etwas fein gemacht und dann wieder ab zur Thomaskirche. Draußen standen wirklich Schlangen von Menschen. Wie ich aber dennoch reingekommen bin, daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Vielleicht habe ich jemanden bestochen. Das funzt immer. ;-)
Es war wirklich ein Erlebnis, das mir in bleibender Erinnerung ist. Die Orgel, der Chor, Gänsehaut pur!

Und da ich heute Morgen beim Anziehen nebenher im Fernsehen die Nachrichten sehen wollte, klickte ich zufällig auf eine seltsame Sendung, die wohl im Türkenviertel von Berlin oder so gedreht wurde. Ich dachte, was ist das denn für'n Quatsch!? Diese Leute, diese Ausdrucksweise, einfach alles. Ich klickte auf Teletext. Es war die "Lindenstraße". Du lieber Himmel, gibt es diese doofe Sendung immer noch? Wer schaut sich denn sowas an!? Klar, die Masse.

Und als Pflästerchen für meine Sinne und Augen und Ohren suchte ich dann vorhin mal den Thomanerchor im Netz. In Erinnerung an die kurzen Sendeausschnitte gestern in den Nachrichten. Nach den Gesprächen in der "Lindenstraße" diese gebildeten Menschen vom Thomanerchor zu hören, diese Jungen, die sich fein artikulieren können, in sieben Minuten an deren Leben teilhaben zu können, das war schön.

In den gestrigen Nachrichten wurde noch erwähnt, daß Johann Sebastian Bach damals dritte Wahl war, als er von Berlin kommend, sich in Leipzig als Kantor bewarb. Dass er dann 27 Jahre dort wirkte, hätte er sich wohl auch nicht gedacht.

Hier füge ich mal den YouTube-Film vom Thomanerchor in Leipzig ein. Interessiert zwar nicht jeden, mich aber begeistert er:





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Donnerstag, 6. Dezember 2012

Heute ist Nikolaus

Gestern erzählte ich Euch hier vom Krampuslauf, der am 5. Dezember immer im alpenländischen Bereich stattfindet. Klar, die Menschen hier lieben diese Tradition. Aber ich hätte dieses Schauspiel gerne miterlebt:



Mit dieser tollen Werbeaktion der Deutschen Bahn wurden am Frankfurter Hauptbahnhof viele Menschen erfreut und verwundert. 400 Nikoläuse stiegen aus dem Zug und verteilten Schokoladen-Nikoläuse. Toll, die Menschen dabei zu beobachten, die Frau am Schalter, die erstaunt guckt, als sie einen Nikolaus bekommt.

 Der ICE lief pünktlich im Frankfurter Hauptbahnhof am 6. Dezember 2012, um 7.09 Uhr ein.
Während Sänger Max Mutzke mitsamt Chor „Santa Claus is coming to town" sang, verteilten sie Schoko-Nikoläuse an die Reisenden.

Einfach klasse!!


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Das Frankenburger Würfelspiel (mit Video im Text)

Ich fahre doch so gerne mit meinem Wohnmobil zu Freilicht-Aufführungen, klassischen Konzerten auf Waldbühnen, Operettenfestspielen auf der Seebühne in Mörbisch am Neusiedler See usw.

Kommenden Sommer in 2013 ist im österreichischen Hausruckviertel wieder etwas ganz Tolles und Sehenswertes. In dem Theaterstück, welches im Freien auf dem Haushamerfeld bei Vöcklamarkt aufgeführt wird, spielen seit 1925 ca. 400 Laiendarsteller. Unter ihnen auch zahlreiche Nachfahren der damals Verurteilten.

Das Frankenburger Würfelspiel
Hier mal eine kleine Inhaltsangabe mit eigenen Worten:
Im Dreißigjährigen Krieg brauchten die Habsburger Geld für die leere Kriegskasse. Deshalb verpfändeten sie 1620 Oberösterreich an den bayrischen Herzog Maximilian I. Dann entsendete Maximilian neben Steuerbeamten auch katholische Geistliche nach Oberösterreich. Dort waren aber die meisten Menschen protestantisch. Als 1625 ein kath.Pfarrer in dem Örtchen Frankenburg eingesetzt wurde, um dort die Gegenreformation durchzuführen, wurde er von den Leuten kurzerhand verjagt.

Dann belagerten sie drei Tage lang den Pfleger der Grafschaft im Schloss Frankenburg, bis sie der Mut verließ. Sie gaben die Belagerung auf, weil ihnen Gnade versprochen wurde. Ein bayrischer Statthalter ließ 5000 Männer zusammentreiben, unter ihnen 36 Rädelsführer, die zum Tode verurteilt waren. In seiner "Gnade" entschied er dann so, daß die 36 Männer um ihr Leben würfeln mußten. Wer die niedrige Zahl hatte, wurde am Baum aufgehängt.
Das Dramatische bei dem Stück war dann, wie z.B. ein alter Mann beim Würfelspiel gewann und dem Jüngeren den Vortritt zum Leben ließ. Er hätte sein Leben gelebt. Bei dem jungen Mann war das vierte Kind unterwegs.
Und das ganze Stück von der Dämmerung, der untergehenden Sonne an bis in die Dunkelheit.
Ich hatte während des Stückes schon zwei Piccolöchen verschnabuliert und war am traurigen Schluss natürlich so nah ans Wasser gebaut, daß ich froh war, einige Servietten zum Heulen eingesteckt zu haben.

Im Sommer 2013 wird also das Stück wieder gespielt. Hier zeige ich Euch mal einen Link davon, worin auch die Aufführungsdaten stehen:
http://www.wuerfelspiel.at/

Und hier ein kurzer Ausschnitt auf YouTube:






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Mittwoch, 5. Dezember 2012

Kramperllauf am 5. Dezember

Oh nee, ich kann mich als Westfälin nicht an diesen lauten Brauch gewöhnen. Zumal ich damals, als ich hierhergezogen bin, am Abend eines 5. Dezember furchtbar eine über den Hintern gezogen bekam. Und als ich mich dann auch noch lauthals beschwerte, es wäre doch kein Karneval, da brachen natürlich die Kramperl vor Lachen fast zusammen:
"Hey, a Preiss!" - und da hatten sie mich erst recht drauf.

Krampus aus Salzburg
Nun wohne ich ja  hier in einer relativ ruhigen Gegend. Aber ich wundere mich jedes Jahr, wo hier die vielen Jugendlichen herkommen, die sich lauthals bejagen und begurren. Die Jungs grölen, gewandet in ihren Fellen, mit Hörnern auf dem Kopf; dazu läuten sie mit verschieden großen Kuhglocken. Die Mädels laufen dann quiekend und lachend davon.
Jedes Jahr das gleiche Fruchtbarkeitsritual!

Letztes Jahr hatte ich mir für heute in den Kalender geschrieben:
Heute unbedingt mit dem Mobil irgendwohin in den ruhigen Wald fahren! Der Krach ist nicht auszuhalten! 

Nun kam ich aber vorhin völlig eingeschneit mit meinem Hund von der großen Runde zurück. Dann hab ich mir was Leckeres zu essen gemacht, hatte noch eine offene Flasche Sekt im Kühlschrank, die hab ich auch getrunken, und nun habe ich auch keine Lust mehr wegzufahren.
Gerade ist es mal für fünf Minuten ruhig. Wenn sie um den Block sind, kommen dann als erstes wieder die schreienden Teenies gefolgt von den Kramperln.
Damit die Unwissenden mal sehen, was ich zu ertragen habe, füge ich hier mal ein Filmchen ein:

  
Um das zu sehen, gehen Völkerwanderungen dahin. 
Nee, ich nicht.

Oh, da kommense wieder... :-(

Zur Information:
http://de.wikipedia.org/wiki/Krampus 

in english:
http://en.wikipedia.org/wiki/Krampus 


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Dienstag, 4. Dezember 2012

Das "Haus zum Türken" in Berchtesgaden

So wie mein Vater uns damals in den großen Ferien über den Obersalzberg geschleppt hat und in die Bunkeranlagen, die noch zu begehen sind, so mache ich das heute mit Freunden und Bekannten, die hier Urlaub im Berchtesgadener Land machen.

Bevor ich mit meinen Freunden zum Parkplatz fahre, von wo aus die Busse zum Kehlsteinhaus fahren, parken wir etwas unterhalb am Obersalzberg, am Hintereck. Dort steht das "Hotel zum Türken". Von diesem Gebäude aus geht es innen eine steinerne Wendeltreppe hinunter in weit ausgebaute Bunkeranlagen, die schon feuchte Fussböden hatten, als ich noch ein kleines Mädchen war. Das Hallen der Worte, wenn man spricht, der Geruch, das diffuse Licht, nichts hat sich verändert.

Über die Begehung der Bunkeranlagen will ich jetzt nicht weiter eingehen, auf den Zwinger, der für Hitlers Schäferhündin Blondie gebaut wurde, die Wachräume für die SA, deren Toiletten und Duschen, die Stahlbetonwand, die bei einem Versuch mit einer Panzerfaust beschossen wurde, all das sollte man sich mal selbst anschauen. Man wirft ein 2,00 Euro-Stück in einen Schlitz und kann das große Drehkreuz bewegen und kommt dann direkt über die Wendeltreppe hinunter.



Diesen Sommer fragte ich mal endlich den Mann, der an der Kasse saß, was es denn mit dem Hausnamen "Zum Türken" auf sich habe. Dass in Berchtesgaden ein Haus so einen Namen hat, das fanden wir schon vor 50 Jahren ungewöhnlich.
Ich bekam ein Din-A-4-Blatt, auf dem alles stand:

Das historische Haus "Zum Türken"
und seine Bunkeranlagen am Obersalzberg

Der Ursprung des "Türken" war etwa 1630 das "Jakobsbichl-Lehen". Es gehörte seinerzeit zum Chor-Herrn-Stift Salzburg. Der damalige Hausherr musste 1683  für seinen Lehensfürsten in den Krieg gegen die Türken ziehen. Nach seiner Rückkehr wurde er von den Einheimischen nur noch "der Türke" genannt. Sein Haus wurde von nun an zum "Türkenhäusl". Im Laufe des 18. Jahrhunderts konnten die Lehen von den damaligen Eigentümern erworben werden. Bis in die heutige Zeit sind die Bewohner der alten Lehen unter den Einheimischen nur nach dem Namen des von ihnen bewohnten Lehen benannt.

Am 27.09.1911 kauften Karl Schuster und seine Frau das "Türkenhäusl" auf dem "Jakobsbichl" für den damals stattlichen Preis von 8000,00 Goldmark. Hiernach baute Karl Schuster das Haus für weitere 109.000 Goldmark um und aus. Das alte Türkenhäusl wurde in den Neubau voll integriert und ist bis heute in Form des kleinen Gäste-Stüberls erhalten geblieben. Die Gasträume erhielten eine wertvolle und handgeschnitzte Ausstattung, unter anderem einen Wandfries mit den Namen und den Wappen der Fürst-Pröpste von Berchtesgaden.
Karl Schuster war ein vielseitiger Mann, spielte Zither, war Bergführer, Kommandant der Feuerwehr, Gemeinderat, Kunstmaler, Holzschnitzer und sehr bald der allseits bekannte "Türken-Wirt". Seine Frau, eine gebürtige von Kabas aus dem Schloß Winklhof in Oberalm bei Hallein, war eine ausgezeichnete Köchin - Voraussetzungen für einen gut gehenden Gasthof mit verwöhnter Kundschaft - eine ebenso hervorragende Wirtschafterin, eine fürsorgliche Mutter, deren Lebensmut und Beharrlichkeit sich bis auf die heutigen Eigentümer (alle in der ersten weiblichen Linie) übertrug.
Bis zum Jahre 1933 ging alles seinen relativ normalen Gang, mit viel Arbeit aber auch mit ebenso viel Anerkennung durch die teilweise sehr illustren Gäste. Viele prominente Herrschaften gaben sich die Ehre und die Gasthausklinke in die Hand. So war es dann nicht weiter verwunderlich, daß sich Bormann für den "Gasthof zum Türken" stark interessierte, jedoch mit Kaufangeboten bei Karl Schuster auf taube Ohren stieß. Dann ging alles Schlag auf Schlag und die offene und gerade Art von Karl Schuster wurde ihm, seiner Familie und dem Hause "Zum Türken" in letzter Konsequenz zum Verhängnis.

Durch eine Unmenge von Repressalien "weich gekocht" verkaufte dann schließlich der zwischenzeitlich wegen "diffamierender Äußerungen" , - in Dachau - inhaftierte, entnervte und gesundheitlich bereits angeschlagene Karl Schuster sein Anwesen um repektable 165.000  Reichsmark. Von der vereinbarten Kaufsumme wurden kurzerhand 90.000 Reichsmark auf Verwahrung gebucht, und von der NSDAP einbehalten. Nach Abzug seiner Verbindlichkeiten verblieb Karl Schuster: NICHTS - außer einer unsäglichen Ohnmacht. Hiernach verstarb Karl Schuster verbittert und seines Lebensmutes beraubt 1934 im Alter von 56 Jahren. 
Am 25. April 1945 wurde der Obersalzberg bombardiert. Für den "Türken" schlug seine vermeintlich letzte Stunde. Stark getroffen und nahezu zerstört setzten dann am Haus die Plünderungen ein. Es wurde in den nächsten Tagen alles gestohlen, was nicht niet- und nagelfest war, und selbst das wurde noch demontiert. Frau Therese Partner geb. Schuster, nahm Ende 1945 Besitz von den verbliebenen Trümmern des Türken und machte sich ohne Erlaubnis der Besatzungsmächte mühevoll daran, ihre Heimatstätte notdürftig in einen relativ wohnlichen Zustand zurückzuversetzen. Da der Obersalzberg von den Aliierten konfisziert war, und sie ohne Erlaubnis die Ruine bewohnte, musste sie 1947 den Besitz wieder räumen. 1948 strebte die Witwe von Karl Schuster das Wiedergutmachungsverfahren an. Nach einem unsäglichen Hickhack und einem sittenwidrigen Vergleich mit den Bayrischen Behörden, konnte Therese Partner im Dezember 1949, - ein Jahr nach der Währungsreform - das Anwesen für 69.000 DM vom Land Bayern zurückerwerben.
Das "Hotel Zum Türken" ist bis zum heutigen Tage, bereits in der vierten Generation, im Familienbesitz.

Ende der Abschrift.

Das war jetzt eine lange Erklärung und Ausführung. Aber ich konnte nichts weglassen. Für mich war auch jeder Satz lesenswert.
Dieser Bormann, der Halunke! Von dem Geld, um das er die Familie Schuster wohl gelinkt hat, hat er sich bestimmt sein Hobby finanziert: eine große Gewächshausanlage in seinem Garten vor dem Haus, das er auch oben auf dem Obersalzberg bewohnte. Er mußte ja im Winter Erdbeeren haben, für die Damengesellschaft, die zu Feiern auf den Obersalzberg kamen, frische Rosen oder Orchideen. Auch im Winter. Überhaupt hat man in der Zeit vom Krieg nicht viel mitbekommen in Berchtesgaden.
Als die Schwester von Eva Braun einen hochdekorierten SS-Obersturmbannführer heiratete, dauerte die Party oben im Kehlsteinhaus 7 Tage. Es gibt Fotos, wo sie lachend und Sekt trinkend auf dem Mäuerchen sitzen und runter auf den Königssee schauen.
Was haben sich die Bauern oft aufgeregt und die "Hohen Herren" beschimpft, wenn sie im strengen Winter mit ihrem "Horch" mit Sommerreifen auf den Berg fuhren. Wie oft mußten die Wagen mit den Pferden der Bauern aus dem Straßengraben gezogen werden. Diese Depperten, diese! So ließ ich es mir von den Alten erzählen. Und nein, man hatte keinen Respekt vor diesen Eindringlingen, die die ganze Ruhe im Ort störten.

Aber ich schweife jetzt aus und höre auf. Sonst schreibe ich morgen noch. Es gibt tolle Informationen und Bilder, die Ihr übers Netz erlesen und erwandern könnt.
Sehet selbst:


Und hier geht's in die Bunkeranlagen:




DVD Weihnachts-Backkurs

Montag, 3. Dezember 2012

Das Kultmobil Hobby 600

Im Frühjahr 2012 fand im holländischen Berkhout ein Wohnmobiltreffen der alten Hobby 600-Baureihe statt.  
Da ich zu einem Ritterschlag in Südtirol war, konnte ich an diesem Treffen nicht teilnehmen.
Umso mehr freut mich gerade dieses kleine Filmchen, das der holländische Forumsfreund bei YouTube eingestellt hat. 
Schauet selbst:

 
Das Wohnmobil wird so in der Form seit 1994 nicht mehr gebaut. Ich habe noch eins erwischt, welches Baujahr 1993 ist. Man soll doch nicht glauben, dass noch so viele Fahrzeuge davon da sind.