Montag, 14. Januar 2013

Winterlicher Hochstaufen

Heute Nachmittag, ich hatte grad den Hund ins Auto gegeben, geht an meinem Haus die Ortsbäuerin vorbei. Sie ist die Obfrau der hiesigen Landfrauen sozusagen. Mein Alter, ca. 20 Kilo mehr, ungeschminkt, grauhaarig. Ihre Gesichtsepidermis hat bestimmt noch nie einen Klecks Creme gespürt. Die Couperose-Bäckchen leuchteten von weitem.
Wir grüßten uns, ich sagte
"Jaja, jetzt haben wir doch wieder Winter". 
Da meint die Ortsbäuerin:
"Jo, oba es is so ungut, vui z'warm irgendwie".

Dazu fiel mir dann keine Antwort ein. Ich fror, hatte mir einen dicken Schal um Kopf und Hals gewickelt, unter der Jeans eine warme Baumwollstrumpfhose, die Füsse mit dicken Socken in gefütterten Stiefeln und Handschuhe an. Im Mund hatte ich den Geschmack von Eukalyptusöl, weil ich vorher eine Erkältungskapsel geschluckt hatte.

Die dicke Ortsbäuerin stapfte wie ein Noriker-Kaltblut mit roten Bäckchen und offener Jacke weiter Richtung Friedhof. Und ich saß hinterm Steuer, schüttelte mit dem Kopf und musste richtig lachen.

Wie verschieden doch die Menschen sind!  ;-)

Vorhin aufgenommen: Hochstaufen im Januar



Samstag, 12. Januar 2013

Schneefall im Januar

ist ja normal. Aber nach diesen frühlingshaften Temperaturen der letzten Tage brauche ich persönlich keinen Schnee mehr. Heute Nachmittag holte ich wieder meine gefütterten Stiefel raus und marschierte mit meinem Hund durch den Wald.

Total normal: Neuschnee im Januar

Wenn ich dann den Blog eines Wohnmobil-Kollegen lese, der in dieser Zeit bei 20°C Wärme in Spanien mit Freunden grillt, komme ich doch in die Grübelphase, ob das alles so richtig ist, dass ich nicht auch mal in wärmere Gefilde gefahren bin.

Was soll's? Nun knistert im Ofen schön das Holz, mein Badewasser läuft ein, ich mache mir Kerzen an und geniesse in meinem duftenden Schaumbad mein Piccolöchen.

Es gibt Schlimmeres!  


Busfahrers Blog, der vom warmen Spanien schreibt:
http://withoutconvention.blogspot.de/

Hallo Peter, viele Grüsse aus dem verschneiten Bayern ins sommerliche Spanien!

Freitag, 11. Januar 2013

Heimfahrt ohne Hindernisse

Nun war ich ja das verlängerte Wochenende mit dem Wohnmobil unterwegs. Ich hatte Freunde besucht, die ich lange nicht mehr gesehen habe. Die Fahrt mit dem Wohnmobil über die Sauerlandlinie Richtung Frankfurt war anstrengend, weil nebelig wie eine Waschküche. Andauernd musste ich gegen den Sekundenschlaf ankämpfen. Wie gut, dass man mit dem Wohnmobil einfach mal eben abfahren kann, um sich hinten aufs Bett zu legen. Damit ich nicht verschlief, hatte ich mir die Eieruhr auf 30 Min. gestellt. Als die klingelte, wurde ich aus dem Tiefschlaf gerappelt und saß knötterig, wie ein kleines Kind auf der Bettkante. Wenigstens bis Würzburg, das schaffst du noch, dachte ich so und setzte mich wieder hinters Steuer.

Obwohl ich die Heizung hoch anhatte, fror ich. Deshalb hatte ich mir eine weiche Vliesdecke um Bauch und Beine gebunden. Am liebsten wäre ich irgendwo hingefahren, wo eine Sauna ist. Aber mir fiel so im Moment gar nichts ein.
Kurz vor Würzburg leitete mich meine Navitante von der Autobahn. Na, die wird schon wissen, warum. Aha, das waren die Baustellen der letzten Jahre! Über eine Schleife kam ich wieder Richtung Würzburg. Dann kam das erlösende Hinweisschild: Würzburg-Randersacker. Dort habe ich nämlich ein schönes, ruhiges Plätzchen, wo ich die Fahrt immer teile.
Ich fuhr Randersacker ab und kam auf die Landstraße, die rechts Richtung Randersacker und links nach Eibelstadt führt. Dort muss man links Rtg. Eibelstadt fahren, dann sieht man schon auf der rechten Seite einen riesigen Parkplatz, hellerleuchtet und schön durch Rasenstreifen getrennt. Dort ist wohl eine große Firma und ein Sportplatz in der Nähe.

Weil ich müde war, fuhr ich mit heruntergelassener Scheibe. Vorbei an dem schön beleuchteten Lokal, von dem ich nie wusste, was es ist, steuerte ich meinen Parkplatz an, den ich immer nehme auf der großen Parkfläche. Plötzlich stieg mir der Duft von Saunaaufguss in die Nase. Oh nee, ich glaub's nicht! Ein Pärchen mit Sporttaschen an der Hand kam aus dem beleuchteten Haus. Ich blieb mitten auf der Straße stehen, stieg aus und rannte zu den beiden.
"Sagt mal, ist das etwa eine öffentliche Sauna?", fragte ich sie.
"Ja", sagten sie, "eine ganz tolle! Kostet 16,00 € für den ganzen Tag. Aber die machen gleich um 20:00 Uhr zu. In der Woche ist bis 23:00 Uhr".
"Oh nee, wäre ich doch eher gefahren", sagte ich und stützte meine Hände auf die Knie und ging schlapp in die Hocke. Die beiden guckten mich mitleidig an und gingen zu ihrem Auto. Ich parkte auf meinem Lieblingsparkkästchen. Es war halb acht.

Ich holte den Fernseher aus dem Stauraum, stellte den automatischen Sendersuchlauf ein und ging derweil mit dem Hund durch die Hasen-gesättigten Wiesen. Vor der Sauna band ich ihn an, ging rein und holte mir einen Handzettel, wo Öffnungszeiten und Preise draufstehen. 
ReVitalinsel Mainsaunaland - Eibelstadt  www.revitalinsel.de/
Schon der Eingangsbereich war so einladend, wunderschön. Das Betreiberpaar war sehr freundlich. - Beim nächsten Mal nehme ich mir das ganz fest vor, hinzugehen.
Am Ende dieses Berichtes füge ich den Link zur Sauna ein. 

Im Wohnmobil war es schön warm. Ich bekam das ZDF nicht rein, hätte gerne "Hotel Adlon" geschaut. Aber wenigstens hatte ich meinen Tatort am Sonntagabend. Der war auch toll. Bei Käseschnittchen und Weisswein muckelte ich mich schön in meine Decke und saß auf meiner gepolsterten Eckbank wie auf einem Sofa. Schön zwei Kerzen an, ein scharfes Bild, was will man noch mehr?
Einzig mein Hund machte mir etwas Sorgen. Seit gestern fraß er nicht mehr, er hatte Durchfall. Das Futter, welches ich vom Morgen nochmal warmgemacht hatte, rührte er auch nicht an. Na, lieber etwas fasten, da heilt der Verdauungstrakt. Ist wie bei uns Menschen. Das Futter warf ich nicht in den Müll sondern kippte es neben dem Mobil unten an einen Baum. Für die Tiere der Nacht. Ich nahm mir vor, zwischendurch mal vorsichtig durch den Vorhang zum Führerhaus zu schauen, ob ich sehe, welche Tiere das Futter fressen. Nee, da kam kein Tier.

Am nächsten Morgen kam die Sonne durch den bewölkten Himmel. Es war 9°C warm und das im Januar. Ich zog schnell den Bademantel über den Schlafanzug, damit der Hund eben draußen das eine oder andere Bein heben konnte. Derweil hatte ich Kaffeewasser aufgesetzt. Das Futter am Baum war von den Tieren der Nacht weggefressen worden. 

Nachdem ich Kaffee getrunken hatte, ging ich über eine Stunde mit Santos den langen Maintal-Radweg entlang. Bis zur Schiffsschleuse Randersacker. Dort setzte ich mich auf einen Eisenpollen, an dem die Schiffe festgemacht werden und schaute über die schöne Landschaft. Kennt Ihr das, dass man Momente hat, wo man da nur sitzen möchte und nicht mehr weg will? Meinen Hund legte ich neben mir ab, und so schauten wir beide nur einfach herum und genossen die schöne Gegend.
Am Main in Würzburg-Randersacker - Handyaufnahme

Als ich noch vor zwei Jahren hier unter der Autobahnbrücke herging, standen da Baulaster. Arbeiter standen auf Hebebühnen und werkelten an den Brückenstempen. Nun ist alles fertig und schön aufgeräumt:
Maintal-Radweg mit Autobahn b. Würzburg-Randersacker
Zurück am Mobil sah ich, dass neben dem Bootsverein ein kleiner Stellplatz für Wohnmobile war. Direkt neben "meinem" großen Parkplatz. Dort ist auch eine Ver- und Entsorgungsstelle für Frisch- und Brauchwasser. Auch kann man dort seine WC-Kassette leeren. Für die Leser, die mit Wohnwagen oder Mobil unterwegs sind, ist das ein Tipp. Die paar Schritte zu der tollen Sauna, die Ruhe der Gegend, das böte sich für den Durchreisenden richtig an.

Als ich auf dem Navi die Voranzeige zur Autobahn München-Salzburg sah, wurde ich wach. Dann kam die schöne Stimme der Frau: Nach 7,5 Kilometern halten Sie sich rechts Richtung München-Salzburg.
Da hätte ich das Navi umarmen können. Irgendwie freute ich mich so, bald wieder im Berchtesgadener Land zu sein. Es war schon dunkel, deshalb konnte ich die Berge nicht sehen. Um 19:00 Uhr stand ich an meinem alten Bauernhaus und fuhr mein Mobilchen in seinen Unterstand. Nur noch ins muckelige Haus, den Rest wollte ich am anderen Morgen machen.

Hier der Link zu der tollen Sauna-Anlage:
www.revitalinsel.de/

Und auf dieser Seite ist eine Karte, wenn man da auf Satellit klickt und heranzoomt, sieht man den Parkplatz und den Rad- und Gehweg entlang des Mains:
de.babor.com/institute/revitalinsel

Donnerstag, 10. Januar 2013

Fahrt mit Womo nach Korbach in Hessen

Freund Limes riet mir zwar, nicht die A7 Richtung Korbach zu fahren, da mir aber die Autobahnpolizei grünes Licht dazu gab, wagte ich es doch. An den befürchteten Baustellen war kein Stau. Und bei den Steigungen über die Höhen des Hochsauerlandkreises liess ich mich einfach von Bussen und Schwerlastern überholen.

Korbach in Hessen - aus Wikipedia
Korbach ist eine wunderschöne und sehenswerte Stadt! Alles Fachwerkhäuser, kleine Gassen, alte Brunnen und eine Vielzahl toller Kneipen und Restaurants. Limes hatte einen Tisch im Lokal "Zum Pranger" reservieren lassen. Ein befreundetes Ehepaar aus dem Wohnmobilforum wartete schon auf uns.

Petra, die den Arm um mich legt, Doc Holliday, rechts Limes
Limes lebt als selbständiger Schreiner und Holzfachmann in Schweden. Er ist Administrator eines Wohnmobilforums. 
Einmal im Jahr besucht er sein Elternhaus in Korbach. Und da dieser Allrounder, den ich seit fünf Jahren nur aus dem Internet kenne, gerade wieder in Deutschland war, nahm ich das zum Anlass, ihn endlich einmal persönlich kennenzulernen. Limes half mir mit einer Engelsgeduld, diesen Blog auf die Beine zu stellen. Erklärte mir, wie man netzwerkt. Bei Twitter mitzwitschern, meinen Blog im Netz bekannt zu machen usw. Oh Mann, was war ich oft verzweifelt. Bei jedem Schritt, den ich im Netz unternahm, schickte ich ihm vorher mein Vorhaben, was ich anklicken wollte. Einmal schrieb er dann: "Was machst du denn da? Du hast doch schon ein Email-Account!".
Mir schwirrte der Kopf. Jetzt bin ich drin und brauche nur noch zu schreiben. Und da ist ja nix bei.  ;-)

Bei dem Abendessen hatten wir einen Geräuschpegel und lachten, als wäre es ein Familientreffen, das alle paar Jahre stattfindet. Bei neuankommenden Tischnachbarn sagte ich schon:
"Wollen Sie sich uns antun? Wir sind ziemlich laut". - "Och, das können wir auch sein", war die nette Antwort. Wir verliessen als letzte Gäste das Restaurant, das übrigens sehr zu empfehlen ist. Ich setze gleich den Link des Lokals unter meine Geschichte.

Limes hatte mir als Stellplatz für mein Wohnmobil einen großen Parkplatz am Schwimmbad ausgesucht. Dort stand ich wunderbar und ruhig. Am nächsten Morgen trafen wir uns an seinem Elternhaus, da er mir neue Halogenlampen in die Scheinwerfer machte. Die hatte er schon vorrätig. Ich sag ja, ein Allrounder!
Als ich am Wendehammer seiner Straße drehte und wieder an seinem Haus vorbeifuhr, standen er und seine Mama am Wohnzimmerfenster und winkten.
Das wurde wirklich Zeit, dass wir uns einmal persönlich kennengelernt haben.

Korbach ist Kreisstadt des Landkreises Waldeck-Frankenberg in Hessen. Sie kann auf eine über 1000-jährige Geschichte zurückblicken und war während einer kurzen Periode eine Hansestadt. Wikipedia

http://de.wikipedia.org/wiki/Korbach 

Und hier haben wir gegessen:
http://www.pranger-korbach.de/ 



E-Shop von Host Europe

Mittwoch, 9. Januar 2013

Ophelia schreibt ähnlich wie ich

Da komme ich von meiner Kurzreise zurück und lese die netten Kommentare einer anderen Bloggerin. Ophelia ist von Ostfriesland in die Schweiz gezogen. Sie schreibt so ähnlich wie ich. Sie sieht die Natur so wie ich. Sie hat diesen Humor wie ich. Sie kann sich über alte Erinnerungen an Fernsehsendungen in der Kindheit genauso kaputtlachen wie ich. Die doofe Sendung "Zum Blauen Bock" z.B. mit Heinz Schenk.

Blättert doch einfach mal hinein in ihren Blog:

http://opheliameetssuisse.blogspot.de/

Neenee, dass es so eine Seelenverwandtschaft im Netz gibt!
Nu ja, ein Unterschied besteht doch: Ophelia hat eine Katze und ich einen Rottweiler.
Aber beide sind schwarz. ;-)

Ophelias Pascha

Dienstag, 8. Januar 2013

Ich war ein paar Tage weg...

...und irgendwie bin ich noch in der Akklimatisierung nach 2000 Kilometern Rundreise mit dem Wohnmobil. Letzte Woche, auf der Fahrt Richtung Korbach in Hessen, da hatte ich eine interessante Begegnung auf der Autobahn. In Höhe von Nürnberg-Ost fuhr ich auf einen Rastplatz. Es war schon Mittag, und ich hatte noch nicht gefrühstückt. Ich parkte mein Mobil zwischen einem städtischen Laster und einem verdunkelten VW-Bus. Als ich mich mit meinem Leberwurstschnittchen so auf den Beifahrersitz setzte (mein Hund saß hinterm Lenkrad), erblickte ich an der Leitplanke vor mir eine Radarfalle.

Dann fragte ich den Mann bei dem Laster, ob er von der Polizei sei. Nein, er war nur für die Absperrungen zuständig, die Polizei sei links neben mir im VW-Bus. Ich ging mit meinem Schnittchen zu dem VW-Bus und bat den Polizisten, doch eben die Tür zu öffnen, ich hätte eine Frage.
Der Blick in so ein technisch ausgerüstetes Polizeiauto ist schon beeindruckend. Ein Polizistenpaar schaute auf einen Monitor, sie waren zivil gekleidet. 
Ich erkundigte mich nur, ob ich auf meiner Fahrt ruhig die A7 Richtung Korbach fahren könne, oder ob ich die lieber umfahren solle. Wo bitte ist Korbach?, fragte die nette Polizistin. Ich lachte, weil ich das vor Jahren auch nicht kannte. Eine kleine, historische Stadt im Hessischen, nahe Fritzlar. Ich soll ruhig die A7 nehmen. Es liegt nichts vor.

Wie schnell man denn hier fahren darf, fragte ich. 120 km/h. Ach so, sagte ich erleichtert, da wäre ich mit meinem alten Wohnmobil sowieso nicht geblitzt worden. Wir unterhielten uns so nett. Wann trifft man auch schon mal Gesetzeshüter in flagranti bei ihrer Überwachungstätigkeit?
Und ja, sie kannten das Bayrische Polizei-Fortbildungsinstitut (BPFI Ainring), demgegenüber ich mein Sportstudio hatte. So klein ist die Welt.

Als die Polizistin die Geräte für die Geschwindigkeitskontrolle abbaute, machte ich ein Foto.

Polizistin in Zivil räumt Radargeräte ab
Das Abbauen und Einräumen dieser Geräte bei dem Sauwetter macht ja auch keinen Spass. Trotzdem hatten die beiden Kollegen eine freundliche Laune. Ja, ich darf sogar die Fotos für meinen Blog verwenden. Da bewahrheitet sich wieder mal das Sprichwort: Die Polizei, dein Freund und Helfer. So verhalfen sie mir hier sogar zu einer neuen Geschichte.

Polizisten verstauen die Radargeräte wieder im VW-Bus
Der BMW im Hintergrund ist auch eine Streife. Daneben hatte ein alter Peugeot eine Panne. Da war ganz schön was los.
Liebe Nürnberger Polizei, vielen Dank für die nette Unterhaltung!  ;-)

Ach ja, den Vortag schaffte ich es nur bis Ingolstadt. Dann war ich müde und suchte mir um Mitternacht ein Plätzchen in der Nähe vom AUDI-Forum. Als ich schlafen gehen wollte, sah ich aus meinem "Schlafzimmer"  das Schild, was ich vor Abfahrt noch nicht vom Fahrradträger entfernt hatte. Es hing noch brav mit der Wäscheklammer an der Gummiflitsche.
Durchnässtes Verbotsschild an meinem Wohnmobil  :-)
Ich wohne neben einem Friedhof. Und so oft, wenn ich grad wegfahren wollte, stand ein Fahrzeug hinter dem Mobil. Was habe ich geschimpft, wenn die Leute wieder in ihren Wagen stiegen. Dann kamen immer diese doofen Antworten: 
"Ich hab doch nur eben kurz den Opa gegossen" oder
"Ich hab doch nur eben kurz bei meinem Mann einen Topf hingestellt".
Ich kann's nicht mehr hören! - Seit diesem Schild ist Ruhe.
Und ich gehe jetzt auch zur Ruhe.

Mittwoch, 2. Januar 2013

Falkas Lasagne

Am Silvesterabend kam Falka mit einer großen Form Lasagne zu mir. Sie war fertig vorbereitet, so dass wir sie nur noch in den Ofen zu schieben brauchten. Mein lieber Schwan, war die gut!

Falkas Lasagne aus der Realschule  ;-)
Hier gab sie mir mal das Rezept:


Fleischsauce:
Nudelteigplatten nach Bedarf                 
100 g Räucherspeck nicht durchwachsen!

2 Zwiebeln oder eine große                   
500 g Hackfleisch gemischt oder nur Rind

Salz, Pfeffer, Thymian, Basilikum           
1 Dose gehackte Tomaten

1 kl. Dose Tomatenmark                        
1/8-1/4 l Weißwein 
je nach Gusto evtl. etwas Gemüsebrühe für den Geschmack



Sahnesauce:

Butter                                                     
1 Zwiebel

200 g Champignons (gerne auch Dose)    
2 gestr. EL Mehl

200 g-Becher Schlagsahne                    
Salz, Pfeffer, Thymian, Basilikum, Petersilie



200 g geriebener Emmentaler       


Speck in Würfel schneiden, ausbraten, in Würfel geschnittene Zwiebel darin andünsten. Hackfleisch zugeben und braun braten, würzen.

Tomaten, Tomatenmark und Wein zum Fleisch geben und schmoren, während man die Sahnesauce vorbereitet.

Restliche Zwiebelwürfel in Butter gelb dünsten. Champignonscheiben zugeben und weiterdünsten, Mehl darüber stauben, Sahne beifügen (nach und nach, so dass die Sauce sämig wird), salzen, pfeffern, kurz unter Rühren köcheln, Kräuter untermengen.


Feuerfeste, gefettete bzw. geölte Form mit fertigen, vorgekochten Teigplatten (mit heißem Wasser nass machen, bevor sie in die Form kommen - bleiben sonst evtl. hart) auslegen, mit der Hälfte der Hackfleischfülle bestreichen, mit Teigplatten abdecken, nochmals mit Hackfleisch bestreichen und mit den restlichen Teigplatten abdecken. Mit der Champignon-Sahnemasse besteichen. 
Mit Käse abdecken.

Backtemperatur: 200 Grad bei 40-45 Min. im vorgeheizten Ofen. Wenn die Lasagne ein paar Stunden vorher vorbereitet wird, ist die Backzeit nicht ganz so lange - eher 30-35 Min. Dann sind die Nudeln durchgezogen.



Bei dem Wein (zum Verfeinern) verwende ich gerne die Reblaus, die macht ein gutes Aroma - und man muss keine große Flasche aufmachen. Grundsätzlich verwende ich die Zutaten nach Gefühl. Wein kann man selbstverständlich auch durch Brühe ersetzen. Ist auch lecker.
                  ********************
So, hier endet Falkas Rezept für die Lasagne.
Ich sagte erst, wer soll das denn alles essen? 
Wir haben 75 % der Fläche aufgefuttert. Dann platzten wir bald.

Heute gehe ich mal früher ins Bett. Vorher will ich Euch hier mal auf einen Kinofilm hinweisen, den wir zu vier Freundinnen heute in dem gemütlichen Parkkino Bad Reichenhall sahen:
"Was machen Frauen morgens um halb vier?".  Einfach Spitze!

Dienstag, 1. Januar 2013

Silvester in Salzburg

Gestern Abend kam meine Freundin Falka aus dem Ritterbund mit einer großen Auflaufform mit Lasagne zu mir nach Hause. Nachdem wir gemütlich zu Abend gegessen und den netten Film Dinner for One gesehen haben, machten wir uns so langsam auf den Weg nach Salzburg. In den Tiefgaragen war um 21:00 Uhr schon alles voll. Wir hatten aber Glück. Auf der Hohensalzburg wuselten elegante Menschen wie auf einem Ameisenhaufen herum. Verschiedene Parfumdüfte und Landessprachen umgaben uns. Das Burggelände ist so groß wie ein Dorf. Vor uns stöckelte eine Frau über den holprigen Burghof, die noch ihre Preisschilder unter den Stöckelstiefeln hatte. Ich sprach sie deswegen an, damit sie die noch abzieht. Sie war Kanadierin, verstand uns erst nicht. Dann wiederholten wir das nochmal in Englisch und ich fügte entschuldigend hinzu: "Sorry, this was typically German".  Wir lachten. Sie sagte, ihre Mutter sei Deutsche.

Falka alberte herum, stellte sich unter einen Lichterstern und breitete ihren Mantel so aus wie im Märchen "Sterntaler".
Falka auf der Hohensalzburg - Silvester 2013
Bis wir alle Gassen und Treppen hinter uns hatten und im Fürstensaal sassen, war es uns richtig warm geworden. Wir hatten einen guten Platz. Neben mir sassen lustige Holländer. Neben Falka ein junges Liebespaar aus Salzburg, Irina und Wolfgang. Es spielte das Mozart Kammerorchester Salzburg.

Silvester 2012/13 - Fürstenzimmer Hohensalzburg vor dem Konzert
Wir hörten beschwingte Stücke von Mozart, Dvorak und Strauss. Die Sänger waren lustig und liefen singend durch das Publikum. Die Sopranistin Claudia Michel und der Bariton Winfried Hofinger sangen das Papageno-Duett aus Mozarts Zauberflöte. Später kamen noch Stücke, wo auch die tolle Mezzosopranistin Daniella Böhm mitsang.

Ca. 20 Minuten vor Mitternacht liefen alle Konzertbesucher wie die Lemminge durch die Burggassen, durch Unterführungen, breite Treppen hinunter und wieder rauf, bis wir auf der großen Burgterrasse waren. An der Mauer der trutzigen Hohensalzburg waren gedeckte Tische aufgestellt, auf denen volle Sektgläser standen, dicht bei dicht. Jeder durfte sich nehmen, der Sekt war in der Eintrittskarte includiert.

Dann war es endlich Mitternacht. Aus den dicken Lautsprechern neben den Sekttischen schallte der Donauwalzer, zu den bunten Feuerwerkslichtern weit über der Stadt gesellte sich dann das  Feuerwerk überhaupt, auf das wir alle dichtgedrängt an der Mauer warteten, von wo aus man hinunter auf die schöne Stadt Salzburg blicken konnte. Sämtliche Glocken von Salzburg läuteten einschließlich der "Dicken Bertha" vom Salzburger Dom. Es war unbeschreiblich! Das ist so schön, da kann man sich einfach nicht dran gewöhnen. 
Silvester 2012/13 in Salzburg (Foto v. Polzer)
Auf dem Foto sieht man im Hintergrund die Hohensalzburg. Mittig ist die große Burgterrasse, wo wir standen.

Die Menschen tanzten mit ihren Sektgläsern in der Hand Walzer. Es bildeten sich plaudernde und lachende Grüppchen. Ich sprach zwei Frauen an, die mit einer Gruppe aus München angereist waren. Gisela und Hilda waren so nett! Ich fragte sie, wo sie denn wirklich her seien, weil sie Hochdeutsch sprechen. Da meinte Falka lachend, dass sich auch Münchner sofort sprachlich anpassen können, wenn ich spreche. Ich lebe zwar schon seit 1984 hier, spreche aber immer noch nicht bayrisch.

Irina und Wolfgang standen auch bei uns. Wir befragten die beiden, wie sie zueinander fanden, sie als Russin und er ein Salzburger. Dann machte ich ein Foto und erzählte von meinem Blog. Jetzt bin ich mal gespannt Wolfgang, ob Du den Blognamen behalten hast und hier schaust, ob ich auch Euer Bildchen eingefügt habe. Ja, ich hab:
Silvester 2012/13 auf der Hohensalzburg - Irina und Wolfgang
Gisela aus München raunte Falka was ins Ohr, wovon ich nur "die Preussen" verstand. Hhm, dachte ich, da will ich sie aber gleich mal fragen, um was es da ging.

So langsam verließen alle die Hohensalzburg und mischten sich unten in der Stadt unter das feiernde Volk. Die Münchnerinnen Gisela und Hilda standen schon bei ihrer Busgruppe. Wir drückten uns nochmal zum Abschied.

Auf dem Weg zur Tiefgarage kehrten wir noch in einer gemütlichen Altstadtkneipe ein. Ich ging auf einen Tisch zu und fragte, ob wir uns doch dazuquetschen dürften. Dann hatten wir da auch noch so einen Spass. Den jungen Mann neben mir streichelte ich immer so mit dem Handrücken an der Wange. Das ist zwar ein Streicheln aber eben mit Distanz. Da lachte er und fragte, ob ich ein Haustier habe, weil ich ihn so streichle. Als ich ganz ernst sagte, ja, einen Rottweiler, da war das Gelächter natürlich groß. Er hatte richtig vermutet.

In bin der Falka richtig dankbar, dass sie an diesem Abend mit alkoholfreiem Bier feierte. Ich hatte so viel Sekt getrunken, dass man mir das schon richtig auf dem Foto ansehen kann, meine weinselige Lustigkeit.

Silvester 2012/13 mit Falka in Salzburger Altstadtkneipe
Tut mir leid, wenn mein Beitrag heute so spät kommt, aber ich hatte Kreislauf. Ich versteh das gar nicht, ich hatte doch nur Sekt getrunken. So acht Gläschen. Oder neun. Ja und dies Gläschen Wein auf dem Bild. Mehr nicht.

So, nun füge ich noch den wunderbaren Donauwalzer ein, der gehört einfach zum Neujahrstag. Das Neujahrskonzert von den Wiener Philharmonikern gab ich mir natürlich auch heute Vormittag bei Lachsschnittchen und Wasser. Sekt konnte ich heute irgendwie nicht, also nee.

  
Ach ja, auf dem Weg zur Tiefgarage fragte ich gestern die Falka, was denn Gisela aus München so leise erzählte, wo das Wort "die Preussen" drin vorkam. Da lachte sie und sagte, Giselas Vater habe immer gesagt:
"Die Preussen haben alles, nur kein Heimweh".

Da musste ich lachen. Das kann ich für mich wirklich unterschreiben.