Montag, 6. Mai 2013

Unwetter im Berchtesgadener Land

So schnell es kam, so schnell ist es auch wieder vorbei.
Nur konnte ich heute meinen Rasen nicht zuende mähen. :-(
Überm Untersberg war der Himmel schon schwarz, als ich noch schnell meinen elektrischen Rasenmäher rausholte. Ich gab richtig Gas beim Mähen! Dann hatte ich die Hälfte der Wiese geschafft, da donnerte es gewaltig und die ersten Hagelkörner klackten auf das Blech meines Rasenmähers. Da war ich dann aber doch bange und hab schnell den Stecker rausgezogen.

Gewitterwolken
Als ich dann Kabel und Rasenmäher im Schuppen verstaut hatte, musste ich noch schnell die Fenster vom Panda schließen. Das Unwetter kam so schnell, dass ich mich noch so gerade nassgeregnet auf die Hausbank setzen konnte. Von da habe ich mal die Hagelkörner aufgenommen. Waren nur kleine Körner.

Mairegen bringt Segen - und manchmal auch Hagel

Was mir aber bei so einem Wetter für pinkelnde Hunde gefährlich erscheint, ist so eine Verkabelung einer Parkplatzlampe:

Elektrokabel an Parkplatzleuchte
Daran wollte mein Santos gestern das Bein heben, da hab ich ihn aber ganz schnell weggezogen. Ich erinnerte mich daran, dass mal in der Zeitung ein Bericht stand, wo ein hochdekorierter Ausstellungs-Deckrüden-Pekinese an eine Laterne pinkelte, mit dem Strahl an Masse kam und umkippte wie 'ne Fliege. Der war sofort tot! Und sein Frauchen auch fast vor Schreck. Nee, das muss ich nicht haben.

Der Himmel klart auf. Morgen mähe ich den Rest. Eilt ja nicht.

"Hier ist die Bundespolizei"

...hörte ich gestern beim Wandern aus meinem Handy. 
"Wie jetzt? Das hört sich aber spannend an. Hab ich was verbrochen?", fragte ich.
"Vermissen Sie etwas?".
"Ja, meinen Autoschlüssel. Och, das ist aber schön, dass Sie deshalb anrufen".
"Nein, das ist es nicht. Haben Sie ein österreichisches Handy?", fragte der Beamte.
"Ja, aber warum fragen Sie danach? Ist doch nicht verboten".
"Ihr Handy wurde gerade von einem Radfahrer bei uns abgegeben".
"Nee, das kann nicht sein. Ich habe doch eben noch damit telefoniert.", antwortete ich.- Aber es war weg.


Werbung der Bundespolizei (klick)


Ich fuhr nach Bad Reichenhall in das mir bekannte Polizeigebäude. Der Mann am Schalter sagte, ich solle mich einen Moment hinsetzen, sie hätten noch andere Kundschaft. Er schaute auch etwas grimmig. Nee, dachte ich, das kann der Mann nicht sein, mit dem ich telefoniert hatte. 

"Ich will doch nur eben mein Handy abholen", quengelte ich durch die Glasscheibe.
"Bitte warten Sie, wir sind hier mit dem Mann noch nicht fertig".

Verstohlen drückte ich auf meinem deutschen Handy den Rückruf zu dem Polizisten, mit dem ich telefoniert hatte. Als der Diensthabende wieder an das Schalterfenster kam, fragte ich ihn, ob er mich gerade angerufen habe. Nein, hatte er nicht. Dann hörte ich aus meinem Handy die Stimme des wartenden Polizisten, den ich zurückgerufen hatte. Nun sprach ich mit beiden.

Dann erfuhr ich, dass ich ins Gebäude der Landespolizei gegangen bin. Aber ich sollte ins Gebäude der Bundespolizei.

Ich entschuldigte mich noch beim Diensthabenden der Landespolizei, weil ich gesagt hatte, er mit seiner Knötterigkeit könne niemals der Polizist sein, der mich gerade angerufen hat.
Den Hörer am Ohr, ließ ich mich von dem Bundespolizisten dann ein paar Häuser weiter und durch den Durchgang neben dem Schuhgeschäft bis hinten auf den Hof lotsen, wo die blauweißen Dienstfahrzeuge standen.

Ich wollte direkt durch das dicke Eisentor. Das war geschlossen. Alles wirkte wie eine Festung in dem gepflegten, versteckten Hof. Ich klingelte.
"Warten Sie, ich komme runter", sagte der Polizist.
Dabei wäre ich so gerne mal in die heiligen Hallen gegangen.

Ich dachte, der Beamte hätte hinten auf dem Handy mein Zettelchen gelesen, auf dem steht:
Bei Verlust bitte diese Nummer anrufen: dann die Nummer meines deutschen Handys.
Und beim deutschen Handy steht das Gleiche umgekehrt drauf, dass man meine österreichische Nummer eben anrufen soll. So habe ich immer mein verlorenes Handy wiederbekommen.

Der Zettel war aber nicht mehr drauf. Was hat der kluge Mann gemacht? Er ist das ganze Telefonbuch durchgegangen, bis da stand: Ich, deutsche Nummer .
Die rief er dann an und hatte mich sofort.
Er lachte, als ich sagte: "Oh, Sie sind aber ein guter Ermittler!". 
Dann fragte er mich, wie denn die Nummer sei. Die hab ich nicht im Kopf. Aber ich drückte auf meinem deutschen Handy auf 
Ich, österreichische Nummer, da klingelte mein Handy in seiner Hand. Und da erst gab er es mir.

Oh nee, was hatte ich gemacht? Ich telefonierte auf dem Weg mit beiden Handys gleichzeitig. Mit Freunden aus dem Ritterbund, dem einen richtete ich aus, was der andere sagte und umgekehrt. Dann stopfte ich das österr. Handy in die Westentasche, die aber noch durch eine Klappe verschlossen war. Zack, lag das Telefon in der Wiese. Ein Radfahrer hob es auf und brachte es zur Polizei.

Ach, ich fragte den Polizisten noch, warum es denn Bundespolizei und Landespolizei gibt. Es sei ein unterschiedlicher Zuständigkeitsbereich, meinte er. Ich wollte es jetzt aber genau wissen und rief dort nochmal an. Die Bundespolizei ist zuständig für Schleierfahndung und Bahnfahndung. Sie erwischt z.B. auf der Autobahn Salzburg-München die Lieferwagen, in denen Schleuser 14-20 Afrikaner nach Deutschland schleusen. Wie eben kürzlich hier auf der A 8 passiert.
Die Landespolizei ist zuständig für Verkehrsvergehen, Einbruch, Diebstahl, Tötung und die anderen Sachen.

Jetzt wissen wir Bescheid.
Und ich erneuere die Aufkleber an meinen Mobiltelefonen.


     

Sonntag, 5. Mai 2013

Die "Schlafende Hexe" in Berchtesgaden

ist der Sage nach die Schwiegermutter des Watzmanns. Da liegt eine riesige, versteinerte Hexe in Berchtesgaden! Schaut Euch das Foto an, der Kopf mit hoher Stirn, Nase und Kinn. Der Wald, der hinten am Kopf runter geht, das sind die Haare.

Schlafende Hexe in Berchtesgaden
Hier noch eine andere Geschichte zu diesem Berg: KLICK

Heute werde ich bei dem schönen Maienwetter mit meinem Hund hier durch die Natur wandern. Vielleicht finde ich ja wieder etwas, was ich mit der Kamera festhalten und Euch hier mitbringen kann.

So wie mir auf einer meiner letzten Exkursionen eine fast historische Viehtränke auffiel. Sie stnd da verrostet und vergessen am Waldrand auf einer Weide.

Alte Viehtränke mit Pumpe und Wasserschlauch
Bei dieser alten Viehtränke drückte ich mal an der Rundung den Hebel zurück. Es entstanden noch Pumpgeräusche. Der Schlauch, der in die Erde führte transportierte aber kein Wasser. Das war nichts mehr. Um so an Wasser zu kommen, muss sich eine Kuh ganz schön bemühen, das Teil zurückzuschieben und gleichzeiten zu halten, um dann trinken zu können.

Da auf der rostigen Fläche noch gut die Firma zu lesen war, habe ich sie mal gegoogelt. Es gibt sie noch. Aber unter einem anderen Namen. Und heute sind die Viehtränken luxuriöser, sie haben sogar einen eingebauten Frostschutz. 

Hier mal ein Bild im Link, KLICK zur Luxustränke :-) 

Euch allen einen schönen Sonntag!

Samstag, 4. Mai 2013

Mittelalter-Gewandungen in Freilassing

Gestern besuchten wir unsere Freundin und Gewandschneiderin Katrin Andrae in ihren neuen Geschäftsräumen in Freilassing. Bei Sekt und Häppchen feierten wir schon mal eine kleine Voreröffnung ihres neuen Ateliers für Mittelaltergewandungen und moderne Kollektionen.
Andrae-Arts Freilassing

Eine kleine Auswahl an Silberschmuck mit keltischen und auch filigranen Motiven als i-Tüpfelchen für die passende Gewandung gab es auch.
Mittelalterschmuck Andrae-Arts Freilassing

Hier hilft die Gewandschneiderin einer Kundin beim Ankleiden.

Atelier Andrae Freilassing
Katrin Andrae arbeitet mit einer Fotokünstlerin zusammen. Sie machen gemeinsam Fotoarbeiten auf Stoffen und feiner Seide.

Andrae-Arts Freilassing

Eine kleine Auswahl für den Recken konnten wir auch bewundern. Es wird aber auch für die passende Gewandung beim Mann Maß genommen wie bei der Burgfrau oder Wikingerfreunden.

Andrae-Arts Freilassing

Die offizielle Geschäftseröffnung ist am Samstag, dem 11. Mai 2013. Das Atelier ist in 83395 Freilassing, Hauptstrasse 14. Um  dorthin zu gelangen, geht man durch den Buchladen Kettl, um am Ende des Ganges in das Untergeschoss zu gehen, wo Katrins Atelier ist.

Vitrine Atelier Andrae in Freilassing, Hauptstrasse 14
Wir Freunde von der Gutrater Ritterschaft zue Hohenwerfen wünschen unserer Freifrau Katrin von Andrae viel Erfolg und gute Geschäfte!


Klick hier: Andrae-Arts Freilassing

Die Fotos auf Katrins Homepage wurden noch im alten Atelier gemacht. Eine neue Website ist in Arbeit. Aber so kann man schon mal sehen, was Katrin für schöne Sachen macht. 

Mittwoch, 1. Mai 2013

1. Mai, Rambo's Todestag

An jedem 1. Mai muss ich daran denken. Am 1. Mai 1997 ließ ich meinen ersten Rottweiler einschläfern. Heute vor 16 Jahren, so gegen 12:00 Uhr, schritt er noch einmal langsam den Garten ab, als wolle er sich von ihm verabschieden. Um 14:00 Uhr kam dann meine Tierärztin.

Untersbergfindling vor Rambos Grab

Und auf dem folgenden Bild steht Rambos Nachfolger, Ferro. Da ist er gerade 8 Wochen alt.


Hier war Rambo noch in Saft und Kraft. Und ich hatte Model-Masse. So schlank möchte ich wieder sein!


Mit Rambo am Königssee
Diese Erziehungshalsbänder hat man heute nicht mehr. Das Bild ist auch 25 Jahre alt. Aber in manchen Situationen war es schon hilfreich.

Ich war so traurig über den Tod von Rambo, dass ich damals darüber geschrieben habe. 
Nochmal zur Erinnerung meine Bloggeschichte (klick) .

Und nun nutze ich den schönen Maifeiertag, um mich meinem Santos zu widmen.  Das Leben geht weiter.

Auf die Schnelle nach Gmunden

Am Sonntagnachmittag bekam ich einen Anruf von Freunden, die sich im Seeschloss Ort in Gmunden zum Abendessen treffen wollten. Ob ich nicht auch Lust hätte zu kommen? Ja klar hatte ich Lust!
Traunsee im österreichischen Gmunden
Von mir aus bis zur Orther Stub'n fahre ich mit dem Wohnmobil ca. eine Stunde. Da ich ja auch vorhatte, zum Essen meinen Weisswein zu trinken, wollte ich danach nicht mehr heimfahren. Auf der Autobahn A1 Richtung Linz >> Wien wurde es schon merklich frisch im Mobil. Ich machte im Führerhaus die Heizung an. Dann dachte ich, gut, dass ich vorigen Monat nach dem TÜV-Termin eine volle Gasflasche angeschlossen hatte. Nachher mache ich die Heizung ganz leicht auf 1 an.

Ich parkte auf dem grossen Parkplatz neben dem Toscana-Park. Von dort ist es nicht weit bis zu den Orther Stub'n. Als erstes wollte ich nun die Heizung anmachen. Ich drückte den Knopf herunter, nochmal und nochmal, aber unten im Ofen erschien nicht die blaue Flamme. Oh nee! Und ich musste mich auch noch zurechtmachen! Wie kommt das denn? Die Gasflasche habe ich doch vorigen Monat gekauft? Ich wollte eine Flamme am Gasherd entzünden. DAS ging auch nicht, da wusste ich, dass die Gasflasche leer ist. Die Drehknöpfe im Gasschrank standen alle aufrecht. Was war passiert?
Ich hatte nach der letzten Fahrt die Heizung nicht ganz auf 0 gedreht. Sie stand nicht ganz auf 1, aber das reichte, um sie minimal laufen zu lassen. Oh, hab ich mich geärgert!

Im oberen Klappfach habe ich aber immer einen Beutel Teelichter. Ich stellte mir schon mal ein paar Glaszylinder mit Kerzen zurecht. Wenn ich nach dem Essen wiederkomme, mache ich ein paar Kerzen an.

Der Abend war schön, das Essen ein Traum, wir hatten viel Spass. Leider habe ich meinen Fotoapparat im Mobil vergessen. Durch die Fummelei mit der Heizung war ich ganz durcheinander.

Gasflasche leer? Dann eben improvisieren.
Bevor ich nochmal mit Santos die kleine Gassirunde ging, holte ich aus dem Staufach den kleinen Kartuschenofen, damit ich mir am nächsten Morgen meinen Kaffee machen kann. Die wenigen Kerzen hatten nach einiger Zeit etwas Wärme erzeugt. Das reichte mir. Natürlich habe ich eine 5 kg-Ersatzgasflasche an Bord. Die aber jetzt noch auszuwechseln, dazu hatte ich keine Lust. Ausserdem ist es ja auch nicht mehr soo kalt.

Am nächsten Morgen machte ich dann ein paar Fotos von Gmunden.


Alleenweg zum Schloss Orth am Traunsee

Schlosshotel Orth mit Orther Stub'n
                               Link zum Schloss Orth (klick)


   
Durch die Keramik wurde Gmunden über die Grenzen hinaus bekannt



Keramik-Riesin in Gmunden


Ja, dann auf Wiedersehen! Ich hab's ja nicht weit. ;-)
Nun mag sich so mancher Lesen denken, warum geht die Frau nicht ins Hotel? Das will ich Euch sagen. Ich war jahrelang in Hotels. Von Ferien auf dem Bauernhof bis hin zu Luxushotels. 
Einchecken, auschecken, Koffer auspacken, Koffer einpacken. Nee, jetzt hab ich mein Zimmer dabei. Ich kann überall stehen. Ich kann mich elegant aufbrezeln und in die Oper oder ins Konzert gehen. In meinem Wohnmobil fehlt es mir an nichts.

Klar, wenn ich die Heizung anlasse, obwohl ich sie nicht benötige, dann verpulver' ich das Heizgas. Das ist aber eigene Doofheit.
Aber selbst für diese Eventualitäten habe ich vorgesorgt. Es macht so einen Spass, mit dem Wohnmobil unterwegs zu sein. Und kleine Abenteuer erlebt man auch oft mit dieser Art des Reisens. 







Sonntag, 28. April 2013

So sieht es aus, wenn ich zu einem Womo-Treffen fahre

Ich habe Fotos von einem Hobby 600-Treffen gefunden. Wir fahren alle das gleiche Modell, das so nicht mehr gebaut wird. Hier stehen wir auf dem Festplatz in Bad Orb. Der Bürgermeister hatte uns für dieses Treffen den Platz zur Verfügung gestellt.

Giselas Wohnmobil mit tibetanischen Gebetsfähnchen

Ich bekam einmal von einer befreundeten Wohnmobilistin (danke Karin) diese Fähnchen an der Schnur, weil ich etwas suchte, womit ich einen optischen Abstand zu meinem Hund herstellen kann. Ich binde ihn immer an einer dicken Baumarktkette an, dann kann er das Geschehen rundherum schön beobachten. Und die Passanten gehen mit Abstand am Wohnmobil vorbei.

Eine Leserin schrieb letztens, sie wollte doch mal sehen, wie ich mit dem Lockenwickler im Pony aussehe. Tatsächlich habe ich noch ein Foto davon. Da kam ich von einer Wanderung mit meinem Santos. Anschliessend gingen wir Hobbyfahrer gemeinsam essen. Ohne Wickler wäre mein Pony platt gewesen. So war ich danach ruckzuck gestylt. Diesen Schnappschuss wollte ich erst gar nicht. Aber so schlimm sieht's ja auch nicht aus.

Mit Lockenwickler im Pony. Dafür war ich aber anschliessend schön.
Wenn das Wetter sommerlich ist, dann vermeide ich es, im Wohnmobil zu kochen. Hier steht der rote Flötenkessel auf einem Gaskartuschenofen aussen auf einem Beistelltischchen. Mein Hund bekommt das Futter immer in warmem Wasser. Oder wenn ich Kaffee aufgiesse. So ein Zusatzöfchen ist praktisch.

Wohnmobil mit Gartentörchen und Backofen aussen
Auf diesem Bild seht Ihr das Gartentor, was ich innen verriegeln kann.  Mein Hund bekommt dann alles mit, wenn ich ihn mal im Mobil lasse. In diesem offenen Zustand schlafe ich auch nachts irgendwo in der Einsamkeit, wenn die Sommernächte heiss sind.

Der Backofen rechts ist praktisch. Er passt genau auf den Gaskartuschenofen. Habe darin schon Lasagne mit doppelt Käse zubereitet oder überbackene Zwiebelsuppe. Oder man backt einfach nur Brötchen auf.

Morgen werde ich wieder den 110 Liter-Frischwassertank auffüllen. Der Winter ist endlich vorbei und damit die Gefahr, dass die Leitungen einfrieren können.

Freitag, 26. April 2013

Keinen Stellplatz für's Wohnmobil?

Dann bastel' ich mir einen!  

In Wohnmobilforen gibt es eine Rubrik, wo sich Reisemobilfahrer untereinander Tipps geben, wo man auf der Durchreise zum Ziel trefflich übernachten kann. Da geht es dann um Kriterien wie Ver- und Entsorgung von Frisch- und Brauchwasser. Kann man sein Campingklöchen dort entleeren? Gibt es einen Stromanschluss? Das ist für Familien alles wichtig. Ich als Einzelperson mit meinem Hund bin für drei Tage autark. Auch was die Stromversorgung für TV (Tatort!) und Licht und Wasserpumpe angeht.

Unsere Gutrater Ritterschaft besucht alljährlich in Bozen die mittelalterlichen Theaterfestspiele auf der Burg Runkelstein.


Unterhalb der Burg fliesst ein schöner, grosser Wildbach, daneben ist ein gut ausgebauter Lauf- und Radweg. Die Parkmöglichkeiten sind schon für PKW fast unmöglich. Meine Mittelalterfreunde lassen sich vom Vorort immer mit grossem Stinkross (Reisebus) bringen.

Nun kam ich mal extra schön rechtzeitig - entgegen meiner sonstigen Art. Meine Schneise unterhalb des Burgberges war zwar frei, jedoch knallte die Sonne volles Pfund gegen die Felswand, wo ich nur nächtens stehe, wenn die Vorstellung ist. Es war Mittag, als mich die Navitante zu meiner Schneise führte. 

Mein Hund lag schon im Mittelgang, wo von der Decke ein starker Ventilator auf ihn blies und ihm Kühlung verschaffte. Ich hatte das teure Teil mal extra für meinen Hund anbringen lassen. Den normalen, kleinen raus und einen grossen, leistungsstarken rein.

Nein, da konnte ich nicht bis zum Abend bleiben! Da wird mein Wohnmobil zum Backofen.
Ich erinnerte mich daran, dass ich mal weiter flussabwärts einen grösseren Parkplatz sah, auf dem auch Wohnmobile standen. Der Platz war immer voll. Und obwohl ich nicht viel Hoffnung hatte, dort zu stehen, fuhr ich hin.

Zwei Rentner mit Baskenmütze sassen auf einer Betonmauer und schauten mich erstaunt an, als ich einfach auf den proppenvollen Parkplatz fuhr. Da hatte nicht mal mehr ein Motorrad Platz! Ich fuhr einfach bis zur Schranke, hinter der sich ein grosser, freier Schotterplatz erstreckte. Was jetzt, wenn die Schranke verschlossen ist? Dann muss ich rückwärt durch die Enge der parkenden Autos wieder hinaus.

So stieg ich einfach aus und ging zur Schranke. Zu meinem Glück war sie nicht verschlossen. Ich drückte sie hoch, stieg wieder ins Mobil und fuhr über den freien Platz bis hinten unter einen dicken Strauch, daneben ein Caterpillar. Ich stand im kühlen Schatten! Dann öffnete ich alle Fenster auf Durchzug, liess die Aufbautür offen (hab ein Gartentörchen darin, damit der Hund geschützt ist) und rannte zur Schranke, um sie sofort wieder zu schliessen.

Was das für ein Glücksgefühl ist, das kann nur ein Reisemobilfahrer verstehen, der vielleicht sogar Kinder oder Tiere an Bord hat. 
Ich wischte mir mit einer Serviette den Schweiss von der Stirn, liess den Hund nur eben das Bein heben und machte mir dann mal was zu essen. Ausser Kaffee hatte ich bis zum Mittag nichts im Magen. 

Plötzlich fuhr ein mittelmausgrauer, unscheinbarer Kombi vor meine Aufbautür. Sein Blick war der eines Grundstückseigners, der gleich Gift spritzt.
Noch mein Lachsschnittchen in der Hand, stieg ich aus und sprach ihn an, bevor er den Mund aufmachen konnte.

"Grüss Gott! Sind Sie die Polizei? Und sprechen Sie deutsch?"

"Nein, ich bin der Besitzer dieses Platzes".

"Och, da bin ich aber jetzt erleichtert! Wissen Sie, mit der italienischen Polizei ist ja wirklich nicht zu spassen. Aber mit Ihnen kann ich ja reden. Als Südtiroler sind Sie ja eigentlich Österreicher", gurrte ich patriotisch. Ich als Deutsche! Blödsinn aber wurscht.

"Ich gehöre zur Bozener Ritterschaft", übertrieb ich und zeigte da oben auf die Burg Runkelstein.

"Wir haben heute Abend ein grosses Fest. Wenn Sie mir nur gestatten, dass ich für zwei oder drei Stündchen hier im Schatten stehen kann. Es geht da auch mehr um meinen Hund, der sehr mitgenommen ist. Ich mach auch nichts schmutzig".

"Dann machen Sie aber hinter sich wieder die Schranke runter", brummelte er, nicht ohne ein Lächeln auf seine düstere Miene zu zaubern.      

"Ach, Sie sind so entzückend, vielen Dank! Darf ich Ihnen ein Lachsschnittchen anbieten?".

"Nein danke, habe gerade zu Mittag gegessen", antwortete er und parkte etwas weiter, um dann zu Fuss über den Auenweg zu verschwinden.

Au Mann, war ich froh! Was war ich froh! Das war für mich nicht nur ein Momentsieg, das war ein Folge-Erfolg! 
Ich schaute aus dem Fenster neben mir auf den Caterpillar. Darauf standen Name und Adresse und Telefonnummer des Grundstücksbesitzers, der mir gerade erlaubte, dort stehen zu bleiben. Ich stieg aus und schrieb mir die Daten in mein schwarzes Logbuch. Dann ging ich in Ruhe mit meinem Hund die grosse Runde, wir badeten an einsamen Stellen im kühlen Wasser. Ich schmiss einfach mein dünnes Sommerkleidchen auf einen Felsbrocken und tauchte langsam unter, bis die Kühle fast meine Knochen erreichte. 

Ungefähr vier Stunden später fuhr ich dann wieder die Strasse hinauf zu meiner Schneise neben der Felswand. Die Sonne war schon zur Hälfte hinterm Berg untergegangen. Und mit dem Aufreissen sämtlicher Fenster und Türen wurde es erträglich. Als ich fertig gewandet war, fuhr hinter mir schon das grosse Stinkross mit meinen Freunden vor. Es wurde ein wunderschöner Abend. Und ich hatte an dem Tag mein eigenes Krisenmanagement erfolgreich gelöst.

Nun habe ich im Mobil in meiner Klarsichthülle einen neuen Parkzettel, den ich vorne und hinten am Mobil anbringe, wenn ich wieder zur Burg Runkelstein fahre.
 
Auf Din-A-4-Grösse steht geschrieben, schön am Computer:

Ich parke mit Erlaubnis des Grundstückseigentümers
Herrn Johann Sowieso aus Sowieso, Tel.-Nr. soundso 

Prima, nicht? Hat in 11 Jahren Wohnmobilfahren immer geklappt.

Schloss Runkelstein in Bozen