Sonntag, 6. Oktober 2013

Ich wollte eigentlich nur kurz zur Burg Gruttenstein

fahren, um etwas zu kaufen, was ich gestern dort in der Auslage sah. Dort hing ein beerenfarbener Fellkragen, der mir gefiel. Dann wusste ich aber nicht, wozu ich ihn tragen sollte. Ich hatte nichts in Lila.

Beim Gassigang heute Nachmittag telefonierte ich mit meiner Gewandmeisterin. Sie erinnerte mich daran, dass sie mir doch so ein schönes brombeerfarbenes Gewand geschneidert hatte mit hellem Seidenchiffonmäntelchen. Dazu würde das Krägelchen doch passen. Ach jaa!

Zum Vergrößern auf die Fotos klicken.

Der neue Fellkragen passt trefflich zum Gewand
Und so fuhr ich schnell mit dem Gewand zur Burg und verglich es mit dem Fellkragen. Und siehe da, er passte so gut, als wäre er für das Gewand gemacht worden. Ich kaufte den Fellkragen. Dann wollte ich wieder heimfahren.

Nun musste ich aber bei unserem Bad Reichenhaller Chocolatier Achim Zorn (klick) vorbei, der im Burghof einen Stand hatte. Ausser edlen Süßigkeiten

Pralinentaler mit weisser Mousse au Chocolate
verkaufte er auch Schweizer Raclettekäse an kleinen Pellkartöffelchen. Und leckeren Rosé und Rotwein. Ob er mich denn schnell zu einem kleinen Gläschen Rosé einladen dürfe...

Chocolatier Achim Zorn Bad Reichenhall
Och ja, aber nur ganz kurz, ich möchte dann heim und den Tatort schauen. Wir unterhielten uns. Dann kam eine Frau mit Jagdhund. Sie bestellte Raclette und ein Gläschen Rosé. Wir unterhielten uns auch. Ich fragte sie, ob sie zu Besuch da sei oder in Reichenhall wohne. Sie vermittelt Immobilien in München und hat sich aber in Bad Reichenhall etwas zur Ruhe gesetzt. 

Dann kam ein nettes Pärchen aus dem Fränkischen. Die hübsche Rothaarige fragte, ob es auch Weisswein gäbe. Franz-Josef, der Kollege von Achim verneinte. Ich aber sagte, der Weisswein wäre nur etwas rosa. Ich wäre auch Weissweintrinker und bekäme auch von Rotem Kopfschmerzen. Also blieb das nette Paar und bestellte Rosé.
Ob sie denn ein Raclette für zwei Personen zum Kosten bestellen könnten. Ja klar, warum nicht?

Evelyn, die Immobilienmaklerin, war schon beim zweiten Raclette. Das nette Paar nahm hinter uns an der Bar Platz an einem rustikalen Holztisch. Ich fragte den Mann, ob er Sportler wäre, Leichtathletik oder Marathon oder so. Nein, er war Boxer. Sie aßen dann auch noch so drei oder vier Portionen Raclette. Und tranken vom guten rosa Weisswein.

Dann erzählte Michi, der Boxer, dass er vorgestern von einem Besoffenen auf dem Münchner Oktoberfest an der linken Augenbraue eine verpasst bekam. Ich staunte, dass er so eine gute Heilhaut hat und fragte ihn, ob er dem Trunkenbold denn auch eine gedrückt hätte. Ja klar, sagte er und lachte herzhaft. Ich muss jetzt noch lachen, wenn ich das schreibe. Da ist der Besoffene aber an den Richtigen gekommen!!  ;-)

Unsere liebe Burgherrin Brigitta von Gruttenstein kam zu uns an die Bar. Sie kaufte Süßigkeiten für uns und Schweizer Plätzchen für den Hund der Immobilienmaklerin Evelyn. Es war eine Stimmung, es war herrlich! Inzwischen machten die anderen Stände im Burghof auch Feierabend. Monika, die einen Käsestand hatte, brachte noch ein Tellerchen mit Käsehäppchen, wovon wir naschten. Der Koch eines anderen Standes brachte die übrigen zusammengerollten Teigtäschchen mit Käse und Schinken und Knoblauch. Das musste auch gegessen werden. Was wir nicht schafften, stellte ich dem Boxer Michi vor die Nase, damit er noch etwas Masse aufbaut. Seine Freundin Marion lachte sich kaputt.

Ja, jetzt wollte ich aber fahren! Die Burgherrin gab noch eine Runde rosa Weisswein aus, der Hund bekam heimlich das Schweizer Kümmelbrot und wir aßen die Köstlichkeiten der Leckereien-Stände.


Dann wurde noch ein nettes Abschlussfoto gemacht.

Michi, Evelyn, Burgherrin Brigitta, Franz-Josef, Gisela, Marion, hinten Monika
Den Tatort habe ich verpasst. Aber es war ein wunderschöner Abend, den ich so nicht geplant hatte!

Die neue Brücke ist fast fertig

Im Juni 2013 hatte doch die Überschwemmung in den Salzachauen viele Brücken zerstört.  Ich erzählte davon in meiner Geschichte "Von Eisenträgern und einer Monsterbrücke" (klick).

Von der Flut zerstörte Brücke im Juni 2013
Vorige Woche ging ich mit meinem Santos mal den Weg Richtung Brücke. Ich wollte sehen, ob ich von dort wieder durch die Salzachauen komme. Und was sah ich da?

Mein Zimmermeister Christian, der meinen Balkon gezimmert hatte, war auf der Brücke zugange! Da ich ja sein Firmenfahrzeug erkannte, ließ ich Santos ruhig von der Leine, damit er ihn begrüßen konnte.

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Bald ist die neue Brücke fertig


 Christian setzte noch einen Balken in die Lücke.

Der Zimmermeister beim Brückenbau
Ich bestaunte Nägel, die aussahen wie die Munition einer Maschinenpistole.

Nägel für eine Nagelpistole
Dann dachte ich so, was macht ein Elektro-Verlängerungskabel im Wald, wo doch nun wirklich keine Steckdose da ist!?

Mit Stromgenerator im Wald geht alles
Der Meister hatte sich den Strom einfach mitgenommen.
Am Freitag sollte die Brücke dann fertig sein. Als ich aber an dem Tag wieder zur Brücke ging, war dem nicht so. Nun ja, ist ja auch viel Arbeit, und auf einen Tag kommt es jetzt nicht mehr an.

Und so sieht das jetzt von der anderen Seite aus. Von hier hatte ich die Monsterbrücke im Juni fotografiert.

Nun kommt noch das Geländer dran, dann ist die Brücke fertig

Ich ging mit Santos den einsamen Weg flussabwärts der Salzach, wo seit Monaten kein Mensch mehr hergelaufen ist. Weiter unten kamen wir dann wieder zum dem Bach, den wir überqueren mussten, um zum Auto zu gelangen. Erst wollte ich den Weg wieder zurück gehen, dann ging Santos aber wieder wie selbstverständlich über die Eisenträger der kaputten Brücke und ich hinterher.

Brückenreste nach Überflutung im Juni 2013
Na, ob die Brücke dieses Jahr noch gebaut wird? 
Da ist alles morsch.

Der Zahn der Zeit nagt an einer zerstörten Brücke
Vom anderen Ufer aus kam mein Santos endlich wieder an seine Wasserstelle.



Man braucht nur Geduld. Das Leben geht weiter.
Und ich halte Euch brückenmäßig auf dem Laufenden.

Samstag, 5. Oktober 2013

Die Kaiserschrammeln spielen in Bad Reichenhall

Auf Burg Gruttenstein in Bad Reichenhall ist dieses Wochenende vom 3. bis 6. Oktober ein traditionelles Weinfest. Und letzten Donnerstag, am Tag der deutschen Einheit, spielte im Rittersaal eine Gruppe, die alle Gäste begeisterte. Die Kaiserschrammeln aus Salzburg (klick).

Die Kaiserschrammeln auf Burg Gruttenstein
Die Musik erinnerte mich an alte Filme mit Hans Moser. Es war so herrlich! Ja, es wurde sogar im Wiener Dialekt gesungen und gesprochen. Diesen langgezogenen Wiener Singsang in der Betonung beherrschten die Musiker perfekt.

Rechts im Bild seht Ihr ein Instrument, was ich noch nicht kannte. Es ist eine Kontragitarre (klick), wie mir der Musiker Albert Reiterer sagte.

Albert Reiterer mit seiner Kontragitarre
Und dann war zur Freude der Burg- und Mittelalterfreunde auch unser Musicus Hieronimus von Hohensalzburg bei den Musikern. Der vielseitige Künstler spielt nicht nur mittelalterliche Instrumente sondern singt auch noch wie Hans Moser.

Dr. Paul Dobretsberger singt wie Hans Moser

Hier sehen wir Paul Dobretsberger, wie er auf unserer Burg irische Lieder vorträgt.

Hieronymus von Hohensalzburg
Heute spielen die Kaiserschrammeln wieder auf der Burg Gruttenstein in Bad Reichenhall (klick). Und wer drinnen keinen Platz mehr bekommt, der kann auch die Musik im Burghof hören. Es wurden eigens Außenlautsprecher angebracht.

Der Eintritt ist frei.

Freitag, 4. Oktober 2013

Ich verlor meine Digitalkamera im Wald

und diese netten Jungs fanden sie und gaben sie mir, als ich zurück wanderte und sie suchte.

Nach einem Oldtimer-Traktorentreffen im Herbst
Neben dem Jungen mit der orangenen Jacke gehen doch rechts drei Stufen hoch. Dort ist eine Bank. Als ich darauf saß und mich beim Schmusen mit meinem Hund so vorbeugte, fiel mir die kleine Kamera aus meiner Bauchtasche und auf den weichen Waldboden.

Erst dachte ich schon, als ich von weitem die alten Bulldogs sah, hoffentlich sind die nicht über meine Kamera gefahren, dann ist die platt.

Eicher Diesel Traktor Baujahr 1956
Oh, ich hab mich so gefreut, als sie mir meine Kamera zurück gaben! Ich fragte sie, was sie mit den alten Treckern hier im Wald machten. Sie kamen von einem Oldtimer-Traktorentreffen. Dann fragte ich sie noch, ob ich sie fotografieren darf. Sie lachten und nickten. Also, das waren nette Jungs!

Da hatte ich nochmal Glück gehabt. Später überholten sie mich mit ihren beiden alten Treckern. Da der Waldboden dröhnte und die Vibration direkt in der Luft lag, wurde das Bild auch wackelig, obwohl ich die Kamera ruhig hielt.

Mit alten Bulldogs vollspeed gefahren, da wackelt die Luft
Egal, ich füge das Foto trotzdem hier ein, weil wir bei dieser Aufnahme alle unseren Spaß hatten und uns noch zuwinkten.

Na dann, liebe Jungs, vielen Dank nochmal von hier aus!  ;-)

Donnerstag, 3. Oktober 2013

"Das wird umgehend erledigt"

ist eine Redewendung aus der alten k.u.k.-Zeit. 
K.u.k. ist die Abkürzung für kaiserlich und königlich (klick).

Wenn im Ministerium des kaiserlichen und königlichen Hauses wichtige Mitteilungen und Beschlüsse ausgebracht wurden, war dafür ein eigens eingesteller Briefträger zuständig. Der war sogar verbeamtet. Er war nur für das Haus zuständig. Und da in der k.u.k.-Zeit ein Beamter nicht so eine schnöde Berufsbezeichnung wie "Briefträger" hatte, wurde dieser zu einem Kanzleioberoffizial benannt. Die wichtige Aufgabe dieses Mannes bestand darin, sofort herumgehend dringende Beschlüsse durch Unterschriften einzuholen. Daraus wurde dann umgehend.

Als später die Landesregierung die Monarchie ablöste, blieb dieser Titel erhalten. So ein Briefträger im Amt hatte nun den Titel Landesregierungskanzleioberoffizial!

Ja, das war schon was! Jede Frau im heiratsfähigen Alter war stolz, einen solchen Briefträger, der auch noch eine schöne Uniform trug, als Verlobten zu haben. Nach der Heirat wurde sie dann auch noch Frau Kanzleioberoffizial genannt. Damit war man wer! Wer von den normalen Bürgern hatte schon täglichen Zugang zum Herrn Hofrat?

Dies erzählte mir ein lieber Freund, ein alter Germanistik-Professor, der mir auch schon voriges Jahr die Relativitätstheorie erklärte (klick).

Er sagte, dass auf einem alten Friedhof im Salzburger Land sogar noch ein Grabstein steht, auf dem unter dem Namen der Verstorbenen steht: Kanzleioberoffizialsgattin.

Und so fuhr ich vorgestern mal zu diesem Friedhof. Ich fand viele interessante Grabsteine, die ich auch fotografierte und Euch hier noch zeigen werde. Aber den mit der Kanzleioberoffizialsgattin, den fand ich nicht. 

Dafür fand ich aber diesen Grabstein aus noch jüngeren Jahren:

Ein Postoberoffizial war ein Briefträger in der k.u.k.-Zeit

Tja, so ein Titel, der hat schon was!  :-)

Nachsatz:
Ich wurde jetzt aus Österreich informiert, dass der Titel  Oberoffizial auch noch für andere Beamtentitel steht.


Nun ja, ein Oberoffizial ist ein Beamtentitel in der Verwendungsgruppe "D"
Hier die Beamtentitel

Beamter/ Beamtin
Amtswart/Amtswartin

Oberamtswart/Oberamtswartin
Offizial/Offizialin
Oberoffizial/Oberoffizialin
Kontrollor/Kontrollorin
Oberkontrollor/Oberkontrollorin
Fachinspektor/ Fachinspektorin
Fachoberinspektor/Fachoberinspektorin
Revident/Revidentin
Oberrevident/Oberrevidentin
Amtssekretär/Amtssekretärin
Amtsrat/Amtsrätin
Amtsdirektor/Amtsdirektorin (in den Bundesländern: Oberamtsrat/-rätin)
Kommissär/Kommissärin
Oberkommissär/Oberkommissärin
Rat/Rätin
Oberrat/Oberrätin
Hofrat/Hofrätin
Ministerialrat/Ministerialrätin
Sektionschef/Sektionschefin



Mittwoch, 2. Oktober 2013

Der sagenumwobene Untersberg

liegt zwischen Berchtesgaden im Süden und Salzburg im Norden. Er sieht aus wie ein riesiger Sarg. Um ihn ranken sich viele Sagen und Geschichten.


Aus Wikipedia, der Untersberg
Gestern fuhr ich mal rüber ins österreichische Grödig. Diese Marktgemeinde mit fast 7000 Einwohnern grenzt genau an Salzburg. Auf dem Untersbergfoto ist der Ort links unten am auslaufenden Berg.

Gestern lag hier über allem der Herbstnebel. Ich wollte den Untersberg fotografieren, und das wurde daraus:

Untersberglandschaft im Herbstnebel
Das Untersbergmuseum im benachbarten Fürstenbrunn war geschlossen. Neben dem Gebäude entdeckte ich eine Steinbüste aus Untersberger Kalkstein. Sie wurde vor ungefähr 70 Jahren von einem unbekannten Künstler geschaffen.


Steinbüste aus Untersberger Kalkstein
Die Büste sieht aus wie die Darstellung eines Landsers aus dem Zweiten Weltkrieg. Auf dem Rücken trägt sie einen Rucksack.

Ich entschied mich dann, mit Santos den Marmorweg am Fuße des Untersberges zu gehen.

Hinweistafel am Untersbergmuseum
Ich ließ mich von Santos über einen steil werdenden Weg durch den Wald ziehen, der leicht unheimlich wirkte.

Mit Santos am Fuße des Untersberges
Am Ende des Weges war eine Lichtung. Und weil ich schon etwas angegruselt war, erschien mir das Wesen am Ende wie der Geist von Mozart. Mit rotem Gehrock und weißer Perücke.

Zum Vergrößern auf das Foto klicken.

Waldweg am Fuße des Untersberges
Man darf bei Wanderungen um und auf dem Untersberg nie die Wege verlassen. Dort sind viele Höhlen, in die man plötzlich fallen kann. Dann wird man nie mehr gefunden. 

Ich fotografierte seitlich vom Weg runter in einen Abhang. Die Tiefe konnte ich zwar mit meiner Kamera nicht erfassen. Dafür schob sich aber der Kopf meines Hundes plötzlich vor die Linse, der aussah wie der Zerberus aus der Unterwelt.

Der Zerberus vom Untersberg
Als ich der vermeintlichen Mozart-Gestalt näher kam, entwickelte diese sich zu einem schnöden Bagger.

Am Untersberg: das Mozart-Gespenst war nur ein Bagger
Klar, von unten sah ich nur das aufrecht stehende Teil. Oben ist das ja auch weiß wie eine Perücke!

Ich kam an einen Steinbruch, wo Untersberger Marmor abgebaut wird. In der Stille hörte ich dann Geräusche. Dann sah ich im Nebel eine Gestalt zwischen den Steinen. Vom Gang und den Bewegungen her konnte das kein Steinmetz sein.

"Sind Sie eine Frau?", fragte ich.
"Ja", kam die Antwort.

Laura, die Bildhauerin vom Untersberg
 "Och, sind Sie eine Steinmetzin?"
"Ja. Nein, eigentlich bin ich Bildhauerin. Ich habe Kunst studiert. Ein Steinmetz macht Grabsteine".

Laura sprach hochdeutsch. Sie stammt aus Trier.
Ich fragte sie, ob sie hier schon mal was Gruseliges erlebt habe. Nein, das hatte sie nicht. Aber einmal kam ein Mann den Weg hinauf, der hatte so komische Messgeräte mit. Er wollte damit Geistwesen erkunden. Der Mann sprach einen Dialekt, der Laura vertraut war. Es stellte sich dann heraus, dass er aus einem angrenzenden Dorf kam, von dort, wo sie herkommt, aus Trier.

Ich fotografierte dann noch einen dicken Klotz, der nur teilweise geschliffen war.

Untersberger Marmor
Laura wies dann auf meine Schlappen, mit denen ich den steilen Weg hinauf gegangen bin.

Unpassendes Schuhwerk für eine Wanderung
"Ja, ich weiss, ich wollte eigentlich nur kurz was besorgen", lachte ich.
"Hat der Mann denn Geister gefunden?", fragte ich noch.
"Das weiss ich nicht, ich habe ihn danach nicht mehr getroffen", war ihre Antwort.

Wir verabschiedeten uns, und ich machte nochmal ein Foto von dem Platz. Schade, dass der Untersberg dahinten im Nebel nicht zu erkennen ist.

Marmorbruch Kiefer am Untersberg
Gestern Abend fiel dann mein Blick auf ein Glaswindlicht im Wohnzimmer, zu dem mir ein Steinmetz den Fuß aus Untersberger Marmor gearbeitet hat. Der Stein sieht so ähnlich aus wie der halbgeschliffene Klotz oben auf dem Bild.

Glaswindlicht auf Untersberger Marmor

Zum Untersberg fand ich hier noch einen tollen Artikel im Berchtesgadener Land Blog:
Das Riesending im Untersberg (klick)

Dienstag, 1. Oktober 2013

Eine musikalische Reise in ferne Welten

und längst vergangene Zeiten präsentierte uns letzten Samstag die Gruppe Tempera aus Burghausen (klick). Der Kulturverein Teisendorf lud die Gruppe in die Aula der dortigen Schule ein.  
Ja, das war ein toller Abend!

Am Samstag hatte ich schon die ganze Zeit überlegt, am Abend irgendwohin zu fahren, um klassische Musik zu hören. Ich wollte was gegen meine schlechte Laune unternehmen, die noch vom Vorabend her rührte. In einem österreichischen Lokal wurde so stark geraucht, dass ich noch den ganzen nächsten Tag Kopfschmerzen hatte.

Da erschien plötzlich eine Nachricht auf meinem Bildschirm. Die Harfinistin Marion Hensel, die mit ihrer Gruppe Sumerluft vor einigen Wochen auf unserer Burg spielte, fragte mich, ob ich nicht am Abend zum Konzert nach Teisendorf kommen wollte. Ja, da hab ich mich gefreut!

Die Bühne in der kleinen Aula der Schule war liebevoll dekoriert.

Die Gruppe Tempera spielt in Teisendorf
Marion hatte für Falka und mich sogar in der ersten Reihe zwei Plätze reserviert. Bis sich die Aula dann gänzlich mit Gästen füllte - ja, es saßen sogar einige ganz hinten auf den Reservestühlen an der Wand - trugen fleißige Helfer Platten von Schnittchen und Kuchen in die Küche. Sozusagen für die anschließende "After-Show-Party".

Dann hörten wir südamerikanische Musik. Bei den Tangos gingen die Füße der Zuschauer mit. Und bei den wunderschönen Balladen, die Marion Hensel in spanischer Sprache sang, sah ich beeindruckte Gesichter in den Reihen. Evelyns Panflötenspiel setzte dann doch die Gänsehaut auf alles.

Marion und Stefan Hensel hatten ihr Baby mit, um das sich ein Freund während des Konzertes rührend kümmerte. Aber zum Ende hin hatte Klein-Lea wohl dann die Faxen dicke. Man hörte sie hinten aus der Garderobe leise weinen. Marion spielte aber noch tapfer weiter auf ihrer Flöte, einer südamerikanischen Quena, die kein Mundstück hat. Ein normaler Mensch bringt da erst mal keinen Ton raus!


Marion Hensel spielt eine südamerikanische Quena 
Dann, in einer kurzen Pause, öffnete der Babysitter Thomas mit Lea auf dem Arm die Garterobentür zeigte still an, dass die Mama nun doch mal schauen sollte. Da klemmte Marion ihr Mikrophon in den Ständer und sprang doch von der Bühne Richtung Garderobe. Und das wurde mit kräfigem Applaus der Zuhörer begleitet.

Klein-Lea ruft nach ihrer Mama
Bis Marion dann wieder auf die Bühne kam, stellte ihr Mann in der Zwischenzeit die Bandmitglieder vor. Dazu spielte ganz leise im Hintergrund der Bandleader Bernhard Furtner auf seiner Klassischen Gitarre. 


Bernhard Furtner mit Mandoline - Temperamusik
Das war alles so entspannt und ohne Stress trotz der kleinen Unterbrechung. Einige Zuschauer stellten Fragen zu den Panflöten, und ob Evelyn Musik studiert habe. Und dann kam Marion auch schon wieder auf die Bühne, und es ging weiter. 

Zum Schluss klatschte das begeisterte Publikum dann so kräftig, dass die Gruppe Tempera noch einige Zugaben spielte.

Der Abend endete mit Sekt und Wein und Häppchen so gegen Mitternacht. Hier bin ich mit Falka neben der Eingangskasse, wo natürlich auch viele CDs von dieser tollen Gruppe gekauft wurden.

Beim Konzert von Tempera
Ich fand im Netz so eine nette Aufnahme, wo die Gruppe Tempera in Burghausen spielte. Ein Ehepaar unter den Zuschauern war so begeistert, dass es plötzlich dazu Tango tanzte.