Mittwoch, 17. Juli 2013

Das Mittelalterfest in Untergriesbach

war ein Teil im Veranstaltungsreigen mit einer Festwoche im Juli 2013. Vor 750 Jahren bekam Untergriesbach im Passauer Land die Marktrechte verliehen. Und da im Mittelalter eine Elisabeth von Waxenberg (klick) einen Wernher von Griesbach ehelichte, wurde am Samstag eine historische bayerisch-österreichische Ritterhochzeit nachgefeiert.

Hier ein paar Bilder von dem Feste:

Friedericus von Waxenberg u. Bürgermeister v. Untergriesbach
Im historischen Gasthaus Lanz begrüsste der Bürgermeister von Griesbach die Braut Elisabeth von Waxenberg und ihre Mutter.

Waxenberger Braut mit Mutter
Gegenüber an den Tischen saßen die geladenen Gäste der Ritterschaften.
Freifrau Gisela Edle von Ainhering mit Burgfrau Eva-Judith Herrin auf Bachsfall
Evas Suppenschüsselchen sah so historisch aus, dass ich es fotografieren musste.
Gulaschsuppe im Henkeltöpfchen
Der Herold begrüsste die angesprengten Gäste. Es wurde Aufstellung zum Festzug genommen.

Mittelalterfest in Untergriesbach b. Passau
Der Festzug endete im schönen Pfarrgarten, wo für die Brautleute und Ehrengäste schon eingedeckt war.
Mittelalterliches Brautpaar beim Fest in Untergriesbach
Wir vom Ritterbund sind ja schon viel herumgekommen. Aber was uns in dieser schönen Marktgemeinde empfing, diese Arbeit und Mühen, die sich die Bürger gemacht hatten, das war wirklich vorbildlich. Die profanen Verkehrsschilder wurden schon Tage vorher mit Sackleinen zugebunden, ebenso die elektrischen Strassenlaternen. Die Sitzbänke hatte man auf Strohballen gelegt, darüber ebenfalls Sackleinen. Gegessen wurde aus irdenem Tongeschirr und von Holzbrettchen. Es gab Braten vom Borstenvieh mit Kraut und kaltem Zwiebelmus, was erst gewöhnungsbedürftig aussah aber zusammen mit dem Fleisch köstlich schmeckte.

Zwiebelmus zum Braten vom Borstenvieh
 Zum Hochzeitsmahle spielte die Musica.

Im Pfarrgarten zu Untergriesbach (b. Passau)
 Neben mir saß eine hübsche junge Frau, welche auch eine treffliche Braut abgegeben hätte. Da sie aber Griesbacherin ist, ging das nicht. Die Braut sollte ja aus Waxenberg in Österreich sein und der Bräutigam aus Griesbach in Bayern.

Die anmutige Christina zu Untergriesbach
Christina hat ihr Gewand selbst geschneidert. Schon ein halbes Jahr vorher gab es in der örtlichen Volkshochschule einen Nähkurs für mittelalterliche Gewandungen, den eine Schneidermeisterin leitete. Einige Bürger des Ortes hatten sich sogar zwei Gewandungen geschneidert, wie sie mir stolz berichteten.

Heute will ich mit einem Filmchen zur Geschichte dieses Festes enden, welches zum Glück auch noch heute bei YouTube eingestellt wurde. Vielen Dank dafür an Ernst Duschl.




In meiner nächsten Geschichte zeige ich Euch dann Impressionen vom mittelalterlichen Markfest.

Dienstag, 16. Juli 2013

Der schöne Nachtfalter

gestern Abend in meinem Schlafzimmer. Den muß ich Euch doch eben schnell zeigen, obwohl ich heute keine Zeit für eine Geschichte habe. Aber so etwas Schönes habe ich unter den Nachtfaltern in meinem Garten noch nicht gesehen.

Schöner Nachtfalter verirrte sich im Haus
Ich holte schnell ein Glas aus der Küche und eine Pappe und fing den fast vogelartigen Nachtfalter ein. Im Glas beruhigte er sich dann und ließ sich fotografieren ohne herumzuzappeln.

Ich bin ein Star, lasst mich hier raus! Nachtfalter im Glas

Nun habe ich gerade mal den Nachtfalter gegoogelt. Aber so schöne Fotos habe ich dort von diesem hier noch nicht gesehen.

Schöner Nachtfalter von der Seite

Nachdem mir der schöne Falter geduldig als Model stillgehalten hatte, öffnete ich das Fenster und liess ihn wieder frei.

Hier sind noch andere Nachtfalter in der Wohnung (klick)

Wikipedia Nachtfalter (klick)

Jetzt steht da so viel über Nachtfalter im Netz. Aber was dies hier für einer ist, darüber habe ich nichts gefunden. Vielleicht kann mir jemand bei der Suche helfen. Oder ein Leser weiss schon, was das für ein Falter ist und kann darüber kommentieren. 
Das würde mich freuen.


Vom Mittelalterfest in Untergriesbach erzähle ich dann später, wenn ich mehr Zeit habe.

Nachsatz
Das schrieb mir vorhin eine Frau:

Hallo Gisela,
Dein Nachtfalter ist ein Mittlerer Weinschwärmer 

Aus: BLV Tier- und Pflanzenführer für unterwegs (1989).

Vielen Dank, liebe Christine aus Hamburg. :-)) 

Hier isser (klick)

Montag, 15. Juli 2013

Vom Mittelalter zurück in die Neuzeit

Gestern kam ich vom großen Mittelalterfest in Untergriesbach (klick) im Passauer Land zurück. Heute habe ich keine Lust und Muße zum Schreiben. Das Fest war wunderschön. Davon erzähle ich dann später.

Meinen ausgesuchten Parkplatz, für den ich schon vor 14 Tagen in den Ort gefahren bin, bekam ich nicht mehr. Es war schon alles an diesem Freitag voll mit Autos. Dort, wo ich dachte, ich stehe schön einsam, hatte der Bauer die Wiesen frei gemäht für die Autos. 

Zur Erinnerung mal dieses Foto, was ich vor Tagen machte:

Ausgesuchter Parkplatz in Untergriesbach
Links vom Weg war für die Autos alles freigemäht worden, und da stand auch schon alles voll. Und unterhalb des Baumes rechts war auch alles gemäht, aber es stand kein Auto da. Als ich mit knötteriger Miene mit meinem Wohnmobil neben der schattigen Parkbucht stehen blieb, weil ich hoffte, die vier Autos fahren irgendwann weg, kam ein Bauer mit dem Traktor.

Ich klagte ihm mein Leid, daß mein Schattenplatz für den Hund besetzt sei. Ob die wohl bald wegfahren, fragte ich den Bauern.
Nein, sagte er, das Auto da gehöre dem Bürgermeister, das andere einer Frau vom Kirchenrat usw.
Ich sollte mich doch da unterhalb des Baumes hinstellen, in die Wiese. Da sei es doch auch schön schattig. 

"Nein, ich will aber dahin!" quengelte ich und zeigte auf die steinerne Parknische. In der Wiese sacke ich womöglich noch ein mit dem schweren Wohnmobil. Vielleicht ist die noch naß. Oder es regnet, und sie wird naß. Ich schraub' mich doch da rein!".

"Naa, die is ned naß. Und es rengt a ned dies Wochenend", beruhigte mich der Bauer. "I hob extra ois so schee freigmaht, des paßt scho'".

"Und wenn ich mich reinschraube mit den Reifen, dann kommst aber und ziehst mich mit'm Traktor raus, versprochen?"

"Jo, versprochen!", lachte er. 

Er wartete noch, bis ich gut und quer und gemütlich stand, hielt dann den Daumen hoch und tuckerte ab. Alexa kam mit ihrem Peugeot Kombi angefahren. Für sie war noch eine Parknische auf "meinem" Platz, direkt neben dem Baum frei. Ja, besser ging's nicht!

So sah das dann aus:
Trefflicher Parkplatz im Grünen am Friedhof mit Kettenhund
 Zum Vergrössern auf die Fotos klicken.

Als ich schon klirrend die Baumarktkette aus dem Hundfach kramte, freute sich Santos. Ich kette ihn aus Sicherheitsgründen unten am Wohnmobil an den Eisenträger. Der geht ja nicht kaputt, wenn der Hund mal in die Ketten geht. Er liegt da gerne am Mobil, kann er doch alles schön beobachten.

Alexa und ich machten uns fertig, nahmen beim Zurechtmachen und Gewanden ein Schlückchen Sekt und gingen dann den Kirchweg hinauf und über den Friedhof zum Marktplatz.
Alexa schlief nachts bequem in ihrem Kombi. Vom Fest erzähle ich dann später.

Die Nacht von Samstag auf Sonntag hatte mein Santos dann so einen Durchfall, daß er mich mehrmals in der Nacht weckte, damit ich mit ihm rausgehe. Ich vermutete, dass seine Darmprobleme von dem Wasser kamen, das ich ihm aus der Friedhofswasserleitung gab.

Freitagabend bin ich so spät ins Bett gekommen, Samstagnacht auch, und dann dieses ständige Aufstehen, weil mein armer Hund Bauchschmerzen hatte. Als ich dann um halb sieben morgens wieder zum Mobil kam, war die Langschläferin Alexa schon an der offenen Heckklappe zugange. Ich fragte sie, warum sie schon wach sei.

"Ja, haste das denn nicht gehört?", fragte sie?
"Nö, was denn?".
"Da hat was um 5:00 Uhr oben am Markt fürchterlich geknallt, dann läutete die Kirchturmglocke 103 mal, dann war am Himmel diese schwarze Rauchwolke". Da sie wohl neben ihrem Fotoapparat schläft, zeigte sie mir ein Foto von der Rauchwolke. Nun wolle sie rauf ins Dorf gehen.

Ich sagte ihr, ich mache derweil Kaffee. Ich hatte tatsächlich von dem Knall und dem Geläut nichts gehört, so fertig war ich von der nächtlichen Aufsteherei. Aber wenn mein Hund leise vor Bauchschmerzen fiepste, dann war ich sofort wach und saß senkrecht im Bett.

Es war tatsächlich eine Gasflasche explodiert. Ein Händler hatte sie wohl nach Standschluß in den Hausgang der Metzgerei gestellt und nicht richtig zugedreht. Das Haus muß jetzt renoviert werden. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Dann wollte ich auf der Heimfahrt noch an einer ruhigen Wasserstelle Halt machen, um zu baden und mich vom Wochenende auszuruhen. An der Donau fand ich dann ein Plätzchen in Erlau bei Obernzell. 


Schattiges Plätzchen in Erlau bei Obernzell an der Donau

Ich fragte einen Mann, der ein Badetuch umgebunden hatte, ob man denn da in der Donau baden kann, das sähe doch noch so dreckig aus. Er sagte, es gäbe Gewässer, die sauberer wären, aber es ginge.
Ein anderer Mann, den ich wegen des Stellplatzes fragte, ob dort die Polizei was dagegen hätte, sagte, ich könne ruhig stehen bleiben. Und sooo viel Öl wäre jetzt auch nicht mehr in der Donau.
Ja, um Himmels Willen! Wie gut, daß ich Santos noch nicht ans Wasser gelassen hatte. Der arme Kerl mit seinem Durchfall!

Als ich einen anderen Mann fragte, ob er mit seinem Liegestuhl vorne an der Schnauze noch vorbeikäme, fragte er nur:
"Ist es bei Ihnen im Berchtesgadener Land nicht schön?".
"Doch", sagte ich und starrte auf die von der Überflutung verschmutzten Äste und den sandigen Boden, in dem alte Klobürsten steckten und anderer Unrat. An den Bäumen hingen Stoff- und Plastikfetzen. Da mußte ich wirklich nicht bleiben!
Ich war dem Mann richtig dankbar für die Frage.

Da drehte ich den Schlüssel rum und fuhr nach Hause. Ich bereitete nach diesem Fastentag etwas Futter für meinen Hund. Und die Blumen im Garten freuten sich auch, daß ich wieder daheim war.

Und jetzt räume ich auf und richte meine Gewandung wieder her für das neue Fest.

Mein Anruf beim Wasserwart von Untergriesbach ergab, daß mein Santos von dem Friedhofswasser keinen Durchfall bekommen konnte. Das Wasser sei gut, auch wenn da steht: Kein Trinkwasser.
Ich war bange, das wäre Grundwasser vom Friedhof, worin sich die Flüssigkeit von den Leichen sammle. Nein, auf keinen Fall, sagte der Wasserwart. Das hätte auch ich sogar beruhigt trinken können.
Da habe ich mir wirklich Vorwürfe gemacht, dass ich Santos das Wasser gab.

Zu mehr Geschichten habe ich heute keine Lust. Bin schlapp und müde. Und meinen Schreibtisch muß ich auch mal endlich aufräumen.




Freitag, 12. Juli 2013

Du doofe Ziege!

Wer diesen Spruch wohl geprägt haben mag? Dabei sind Ziegen neugierig, intelligent und mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein ausgestattet.
Außerdem kamen Ziegen als "Gemeine Figur" sogar als Wappentier in der Heraldik vor. Und in manchen Kulturen galt der Ziegenbock als Sinnbild der Fruchtbarkeit. Wie also kam man darauf, Ziegen als doof zu bezeichnen?

Und dann las ich gerade noch, daß Ziegen eine Art Panoramablick haben:
Dank ihrer horizontalen Pupillenschlitze verfügen sie über ein weites Gesichtsfeld und damit eine ausgezeichnete Rundumsicht (ca. 270°). 
Den schlauen Link über Wesen und Eigenart der Ziege füge ich am Ende der Geschichte ein.

Warum komme ich darauf? Bei einer meiner Wanderungen mit meinem Hund kam ich die Tage an einer Ziegenweide vorbei.

Ziegen vom Biobauern in Piding/Obb.
 Zum Vergrößern auf die Fotos klicken.

Das ist genau die Gegend, wo eine neue Autobahntrasse gebaut werden soll. Wogegen sich natürlich die Bauern und Einheimischen wehren.
Ich schrieb darüber schon die Geschichte "Das Märchen zum Märchenweg" (klick). Wenn hier die Autobahntrasse zur A 8 gebaut wird, gibt's die Felder und die Ziegen an dieser Stelle nicht mehr.

Biobauernhof Klinger mit Hinweisschild auf der Ziegenweide
Dieser Biobauer auf dem Bild im Hintergrund verkauft außer Kuhmilch auch Ziegenmilch und Ziegenkäse. 

Sonst interessieren mich ja Ziegen nicht so sehr. Aber die eine Ziege da hinter dem Schild, die graste schon beim Fotografieren für sich, und als ich nach anderthalb Stunden wieder vorbei kam, hatte sie sich immer noch nicht zu ihren Kollegen gesellt. 
Die konnte wohl die anderen nicht leiden. Ist wie beim Menschen.

Auf dem Foto seht Ihr im Hintergrund den Fuderheuberg, links daneben den Hochstaufen.

Ja. Nun kennt Ihr auch mal die Ziegen in Piding.
Und wer sich für das Wesen der Ziege interessiert, der kann  hier darüber mehr erfahren:

Wesen und Eigenart der Ziege (klick)

Wikipedia: Die Hausziege

Ferien auf dem Biobauernhof Klinger in Piding


Ich beame mich jetzt ab ins Mittelalter.
Schönes Wochenende!  ;-)

 

Donnerstag, 11. Juli 2013

Meine etwas andere Stellplatzsuche für das Wohnmobil

In fast jeder Stadt gibt es inzwischen Stellplätze für Wohnmobile. Der Unterschied zu einem Campingplatz ist, dass nur Wohnmobile und keine Caravan-Anhänger dort stehen dürfen. Es gibt Stellplätze mit Stromanschluss sowie Ver- und Entsorgung. Das heisst, man kann sich mit Frischwasser versorgen und das Brauchwasser aus dem großen Wassertank entsorgen. Ein Wohnmobil hat einen Frischwasser- und einen Brauchwassertank. Und man kann sein WC dort entleeren. Und Stromanschluß-Säulen gibt es auch. Für die, die morgens ihre Kaffeemaschine einschalten wollen, oder wo der Fön gebraucht wird.
Es gibt richtige Bücher über Stellplätze, die Stellplatzführer.

Wenn ich mit dem Mobil unterwegs bin und die Nacht Pause machen möchte, dann suche ich mir lieber ein ruhiges Plätzchen in der Natur. Ich möchte morgens nicht ungeschminkt fremden Menschen hautnah begegnen, wenn ich mit meinem Hund die Morgenrunde mache. 

Und so fahre ich dann von der Autobahn ab und über die nächste Landstraße, vorbei an Weizen- und Maisfeldern. 

Lange Spazierwege durch die Felder

Hier kundschafte ich schon mal einen schönen Stellplatz aus, wo ich auf der Heimfahrt vom Mittelalterfest stehen könnte. Von hier aus ging ich mit dem Hund weiter vor bis zu dem Gebüsch, was Ihr hinten rechts seht.

Oben rechts geht der Weg rein zum Busch
Ich ging bis zum Busch und sah, daß ich dort schön in der Wage stehen werde mit dem Mobil. Sonst geht ja nämlich der Kühlschrank aus, wenn ich schief stehe.
Und dies wäre mein Ausblick vom Stellplatz:

Gegend von Ried im Innkreis, Österreich

Von dem Buschen aus ging ich mit Santos weiter in den Feldweg, um zu sehen, ob ich gleich mit dem Führerhaus oder lieber rückwärts reinfahre. Aber der Feldweg war eine Sackgasse. Davor erstreckten sich die Weizenfelder.



Mit Mausklick aufs Bild seht Ihr das Reh vorne auf dem Weg
Also muß ich rückwärts das Stückchen bis zum Busch reinfahren.
Kein Problem. 
Wenn das Wetter noch schön ist, werde ich mich mit Santos auf eine Decke legen, einen Sekt trinken und ganz laut Mozart hören. Und keiner meckert. Und den Sonntagabend-Tatort kann ich auch sehen. Ich habe zwei dicke Verbraucherbatterien unterm Fahrersitz.

Und für den nächsten Morgen werde ich mir den Wecker stellen, damit ich den Sonnenaufgang erlebe. Dann setze ich meinen Flötenkessel auf die Gasflamme, um Kaffeewasser zu kochen. Dafür brauche ich auch keinen Strom. 

Ich fuhr dann mit meinem kleinen Panda neben den Busch und fummelte im Navigationsgerät so lange herum, bis ich die Funktion raus hatte, wie man die genaue Position mit den Zahlen und Breitengraden usw. einspeichern kann. So finde ich ruckzuck wieder dorthin.

Ende meiner Stellplatzsuchgeschichte.

Aber bei der Gelegenheit muß ich Euch was erzählen. Weil es mit dem Kaffeekochen zusammenhängt. Auf der Caravan-Ausstellung erzählte ich mal Matthias Wendt (klick) beim Gläschen Sekt auf seinem Stand die Geschichte, wie ich Kaffee im Mobil aufbrühte, und der Hund mit seiner wedelnden Rute den vollen Melitta-Kaffeefilter heruntergefegt hatte. Der ganze Kaffeeprütt mit dem heißen Wasser floß über die hölzerne Küchenzeile, in jede Ritze, die Gardinen saugten den dunklen Kaffee auf. Ich war vielleicht sauer!
Wir standen zu mehreren Personen, und alle amüsierten sich köstlich über meine Geschichten. Da schenkte mir Matthias Wendt einen schönen Kaffeebereiter und als Andenken an den lustigen Ausstellungstag einen kleinen Teddybären. 

Einfache Kaffeezubereitung - bequem und lecker
Dem kleinen Teddy gab ich übrigens den Namen Matthis. Der begleitet mich jetzt schön im Wohnmobil. So ein Kaffeeding hätte ich mir schon mal viel eher anschaffen sollen. 

Der Name Wendt bringt mir übrigens richtig Glück.
Der Mann, der mein Wohnmobil technisch betreut, heißt Mario Wendt (klick) und hat eine Fachwerkstatt für Ducato und Iveco.
Ach, eigentlich repariert er alles, auch Porsche und uralte Traktoren. Seit ich ihm vor Jahren den Namen Ducato-Mario gab, kennen alle Wohnmobilisten Mario unter diesem Namen.

Und der Mann, der mich nächtens mit Akkuleuchten und malheurfreien Kaffeekannen erfreut, heißt Matthias Wendt (klick) und verkauft Wohnmobile und Zubehör für Camping.

Kinderlampe für meinen Hund im Wohnmobil


                                                     Hab ich ein Glück!!  ;-))



Mittwoch, 10. Juli 2013

Konzert und Romantik im Lichtermeer

Im Berchtesgadener Land lädt jede Stadt oder Gemeinde im Sommer zu irgendeinem unvergeßlichen Abend ein. Gestern war in Bad Reichenhall ein wunderschönes Lichterfest mit Lifemusik. Als ich mit meinen Freundinnen in den traumhaften Königlichen Kurgarten kam, stimmte das Philharmonische Orchester Bad Reichenhall gerade die Instrumente ein. Ich fand noch einen freien Platz, mittig vor der Orchestermuschel. 
Philharmonisches Orchester Bad Reichenhall
Im Wechsel zur klassischen Musik spielte ein paar Meter weiter vor der Konzertrotunde die Blaskapelle Bad Reichenhall.

Blaskapelle Bad Reichenhall im Königlichen Kurpark
Die schönen Blumenimpressionen kann ich gar nicht alle hier einfügen, ich konnte mich nicht satt sehen daran.

Im Königlichen Kurgarten Bad Reichenhall
Daneben hatten die Mitarbeiter des Kurgartens ein Lichterherz gesteckt.
Gesehen im Königlichen Kurgarten Bad Reichenhall
Überall im Kurgarten waren Stände mit Sekt, Hugo und Weißwein. Man holte sich dann immer was zu trinken (oder auch nicht) und ging wieder auf seinen Platz damit. Damit ich nicht immer hin- und herlaufen mußte, hatte ich mir zu Hause eine Flasche kühle Weißweinschorle in einen Champagnerkühlstrumpf gesteckt und ein Glas mitgenommen. 
Proviant für's Openair-Konzert
Nun habe ich ja schon das Orchester hier vorgestellt, aber zur Blauen Stunde machte ich noch einen Versuch, ob meine kleine Kamera die Stimmung wiedergibt.

Zur Vergrößerung auf das Bild klicken.

Blaue Stunde im Königlichen Kurgarten Bad Reichenhall
Es war ein so romantischer Abend! Die Menschen waren freundlich, hatten sich fein herausgeputzt und schlenderten durch das Lichtermeer. Alte Bekannte trafen sich, lachten und umarmten sich, nahmen einen Drink zusammen.

Als die Philharmonie das letzte Stück gespielt hatte, ging ich nochmal zur Konzertrotunde, um die Blaskapelle in ihrem romantischen Licht aufzunehmen.

Blaskapelle Bad Reichenhall vor der Konzertrotunde/Kurgarten
Dann rief mich meine Freundin Falka an. Sie war vom Gesangsunterricht nachgekommen und saß mit Alexa und ihrer Freundin auf der großen Terrasse des Königlichen Kurhauses (klick)

Lichterabend im Kurgarten  Bad Reichenhall
Auf dem Weg zu meinen Freundinnen nahm ich noch einige Impressionen auf.

 Kurgarten Bad Reichenhall - Leuchtbrunnen bei Nacht
Das Foto vom Leuchtbrunnen ist zu dunkel geworden. Trotzdem füge ich es mal ein. Die Menschen saßen rundherum auf schönen, weißlackierten Sesseln und beobachteten das ständig wechselnde Lichterspiel des Brunnens.

Heimleuchtung im Kurgarten Bad Reichenhall
So genoß ich wieder einen wunderschönen Sommerabend. Alexa hatte mich abgeholt und fuhr mich auch wieder heim.

In Bad Reichenhall gibt es viele Senioren. Viele alte Menschen, die es sich leisten können, verbringen ihren Lebensabend in dieser schönen Region.

Ich habe - vom Ruhrgebiet kommend - meine Zelte schon vor 30 Jahren hier aufgebaut.

Hab' ich ein Glück!!  ;-)

Dienstag, 9. Juli 2013

Die Bergwacht in Marktschellenberg

Gestern schrieb ich doch vom Kirtag in Marktschellenberg, den meine Freundinnen und ich besuchten. Neben dem Bierzelt war das Haus der Bergwacht Marktschellenberg. Und davor stand ein Einsatzfahrzeug mit Gepäckbox und Akia (klick).

Einsatzfahrzeug der Bergwacht Marktschellenberg (klick)
So einen Transportschlitten sah ich das erste Mal, wie er zum Bergen von Skifahrern oder verletzten Wanderern eingesetzt wird. Ja, auch bei Wanderern und Bergsteigern wird der Schlitten verwendet, wenn kein Schnee liegt.
Das erklärte mir ein freundlicher Trachtler vom Gebirgstrachten-Erhaltungsverein D'Kehlstoana (klick).

Der freundliche Trachtler gab Auskunft zum Akia
Wenn kein Schnee liegt, werden Reifen unter den Schlitten montiert. Hier ist das mal genauer bei Wikipedia erklärt:
Der Akia (klick) 

Hinter dem weißen Einsatzfahrzeug stand ein kleines rotes Auto. Ein Allrad-Fahrzeug mit zuschaltbarem Allrad und Differential-Sperre.
POLARIS - Allradfahrzeug - gesehen in Marktschellenberg
Mit diesem tollen Auto kann man über steile Wiesenerhebungen und unwegsames Gelände fahren und somit direkt zum Verletzten gelangen. Im Winter kann man die Reifen abnehmen und Raupenketten montieren. Der Verletzte wird dann - statt auf dem Akia - gleich hinten auf der Ladefläche sicher verpackt, dann wird schön eingeheizt und ab geht's zum Krankenhaus.

Dieses Konzept ist einzigartig und wurde eigens von den Marktschellenbergern entwickelt. Diese interessante Information gab mir der Leiter der Bergwacht, Ing. Martin Wagner.

So ein Sonderfahrzeug für die Bergrettung ist nicht billig. Das kleine rote Auto kostet 35.000 Euro. Und ständig ist hier was in den Bergen! Dann laufen die Urlauber wieder mit Sandalen die Berge hoch, haben keinen festen Stand und knicken um, brechen sich was und können nicht mehr weiter. Oder ein dicker, herzkranker Mann überschätzt sich am Berg und klappt zusammen. Was hier oft in den Zeitungen steht, da kann man nur mit dem Kopf schütteln. Und dann kommen die freundlichen Bergretter mit ihrem kleinen roten Auto. Und ein Arzt ist auch dabei.

Kurz gesagt, wer die Bergrettung unterstützen will, wer selbst schon mal in so eine Situation gekommen und froh ist, daß ihm so schnell geholfen wurde, der kann ja mal ein Scheinchen oder zwei an die Bergrettung überweisen. Hier die Kontoverbindung:

Bergwacht Marktschellenberg
Kto.-Nr.: 191 221
BLZ:       710 500 00
Sparkasse Berchtesgadener Land


Hinter dem Fahrzeug war sogar eine tolle Kletterwand am Haus.

Kletterwand in Marktschellenberg
 Zum Vergrößern aufs Bild klicken.

Auf der Heimfahrt vom Kirtag zeigte mir Falka noch, von wo man in Unterau über den Berg nach Hallein in Österreich kommt. Dann muß man nicht die längere Strecke hintenrum über die Autobahn fahren.
Ich fuhr links von der Landstraße, die von Marktschellenberg kam, die steile Straße hoch Richtung Scheffau.
"Ach, daher geht das? Ist ja gut, daß ich das weiß", sagte ich zu Falka.
"Aber mit dem Wohnmobil kannst da nicht rauffahren, da kocht der Motor hinterher, das wird noch richtig steil", meinte meine Freundin.
Ich wendete und fuhr wieder zurück Richtung Landstraße. Falka wies auf das zerstörte Haus rechts vor uns. Da sei voriges Jahr ein Lastwagen mit Schrott beladen ungebremst reingefahren.
"Wie schrecklich!", sagte ich und hielt eben rechts in der Parkschneise. Falka erzählte, daß der Fahrer wohl bemerkt hatte, daß die Bremsen nicht mehr gehen, und daß er sich entschieden hatte, lieber in das Haus zu fahren als unten auf die stark befahrene Straße und dann weiter in die Berchtesgadener Ache. Ob er überlebt hat, wußte sie nicht.

Auf dem Foto seht Ihr rechts das Haus, in das der Laster reingeknallt ist. Weiter unten sieht man die Landstraße zwischen Berchtesgaden und Marktschellenberg, und dahinter fließt die Ache.

Zerstörtes Haus durch LKW-Unfall in Unterau (BGL)
Die Bewohnerin ist nicht zu Schaden gekommen. Sie hatte aber einen Schock und mußte ärztlich behandelt werden. Ist klar! Das vergißt man sein Lebtag nicht.

Dann bin ich weiter die Straße runtergegangen und habe hinauf fotografiert. Man sieht schon, wie es langsam steil ansteigt.

Straße von Unterau (BGL) zum Dürrnberg/Österreich

Und diesen ganzen Hang raste der schwere Schrottlaster unbebremst hinunter! Voll mit Alteisen und Metall! Grauenvoll, was mußte der für ein Tempo drauf gehabt haben!?

Ich habe die ganze Zeit überlegt, ob der wohl überlebt hat? Aber daß der Eisen geladen hatte, das wußte Falka auch nicht. Da ist der Ausgang ja dann vorprogrammiert. Gewicht mal Geschwindigkeit usw. Der Mann hat nicht überlebt.

Hier habe ich einen Link darüber gefunden. Lest selbst:

Montag, 8. Juli 2013

Kirtag in Marktschellenberg bei Berchtesgaden

Letztes Wochenende - einschl. heute am Montag - war und ist in Marktschellenberg der traditionelle Schellenberger Kirtag.
Auf der deutschen Seite grenzt Marktschellenberg direkt an die Marktgemeinde Berchtesgaden. Und wenn man die Landstraße in entgegengesetzter Richtung fährt, kommt man an die österreichische Grenze nach Salzburg. Durch Marktschellenberg fließt die Berchtesgadener Ache (klick), die im anfänglichen Verlauf auch Königsseeache genannt wird. Im Mai erzählte ich Euch mal davon, als ich mit meiner Freundin dort an der Ache (klick) in dem kleinen Teeladen war. Die Ache fließt in die Salzach.

Die Berchtesgadener Ache in Marktschellenberg
Die Pfarrkirche St. Nikolaus steht gleich neben dem Stufenwehr der Ache.
Pfarrkirche St. Nikolaus Marktschellenberg

Links neben der Kirche hatten die Schellenberger Trommler ihren Bierstand aufgebaut. 
 
Kirtag in Marktschellenberg/Obb.

Man trank salopp aus der Flasche. Da ich aber nicht aus der Flasche trinke, holte ich mir aus dem Auto ein altes Sektglas.

Gisela - Falka - Alexa =  beim Kirtag Marktschellenberg

Neben der Kirche steht die Heldensäule zum Gedenken an die Gefallenen im Deutsch-Französischen Krieg (klick) 1870 bis 1871.

Gedenksäule in Marktschellenberg/Obb.
Im Bierzelt spielte die Blaskapelle.

Musikkapelle Marzoll im Bierzelt Marktschellenberg
 Mit Klick auf die Bilder werden sie größer.

Nun noch ein paar Impressionen.

Klein Seppi auf Papas Schoß

Natürlich habe ich bei den fotografierten Personen die Erlaubnis eingeholt, sie zu veröffentlichen.

Liab: Marketenderinnen Kathi und Hanni

Im Bierzelt unter den Tisch geschaut:

Krachlederne an Tätowierung
"Des kost a Maß!", meinte der Mann über der Tischplatte, dessen Beine ich fotografierte.  ;-))

Als wir drei Mädels dann heimfuhren, nahm ich noch die Angebotstafeln eines niederbayrischen Standes auf. Unter dem Lebenkäs-Schild grübelt Falka darüber nach, welche Leckereien sie sich noch mit heim nimmt.

Kirtag in Marktschellenberg/Obb.
Zum Schluß meiner Geschichte zitiere ich aus Wikipedia, was es mit dem Kirtag (auch Kirchweih) auf sich hat:

Die Kirchweih bzw. das Kirchweihfest, schweizerhochdeutsch Kilbi oder Chilbi, banatschwäbisch Kerweih wird seit dem Mittelalter als religiöses Fest anlässlich der Kirchweihe eines christlichen Kirchengebäudes gefeiert. Sie hat den Rang eines Hochfests. Heute spielt der religiöse Kontext meist eine untergeordnete Rolle.


Nun wart Ihr auch mal in Marktschellenberg an der Salzburger Grenze.

PS: Sogar einen über 30 Jahre alten alten Hobby 600 sah ich neben den Verkaufsständen. Ich sagte dem Spielwarenhändler, dem das Mobil gehört, er solle doch beim Straßenverkehrsamt das H-Kennzeichen beantragen. Mit diesem Kennzeichen für ein historisches Fahrzeug spart er sich immerhin die Jahressteuer von 460,00 €.

Das Wohnmobil hat bei Liebhabern schon die Bezeichnung "Kultmobil". Diese Serie vom Hobby-Wohnwagenwerk wurde erstmalig 1984 auf der Ausstellung in Essen vorgestellt und ab 1985 ausgeliefert.

Mein Hobby 600 sieht ähnlich aus und ist Baujahr 1993. 


Wohnmobil Hobby 600 Baujahr 1984