Montag, 10. Juni 2013

Nur die Eisenträger hielten

Die Macht der Gewohnheit ließ mich gestern mit meinem Hund wieder an die Salzach fahren. Hinten über dem Untersberg zogen schon wieder dunkle Regenwolken auf. Und so fuhr ich lieber in die entgegengesetzte Richtung.

Warum dann in den Auen ein Weg abgesperrt war, konnte ich erkennen, als ich um die Kurve ging.

Mit Mausklick auf die Bilder werden sie größer.

Vom Hochwasser abgetragene Holzbrücke in Salzachauen
Die vormals stabile, dicke Holzbrücke war weg! Das Hochwasser hatte die Fläche wie ein Frühstücksbrettchen zur Seite auf die Wiese geschwemmt. Nur die vier dicken Eisenträger verbanden die beiden Ufer.


Durch Hochwasser zerstörte Bachbrücke in Salzachauen
Dies ist übrigens der Mühlbach, der an Lillis Tierheim (klick) vorbeifließt. Hier ca. 8 km weiter bachabwärts, noch ein paar Meter, dann fließt er in die Salzach.

Waldweg nach Hochwasser in Salzachauen
Der Mühlbach ist übergelaufen und die Salzach, die parallel zu ihm fließt, auch. So trafen sich die Wasser und überschwemmten den ganzen Wald, der dazwischen war. Hätte ich doch meine Gummistiefel angezogen!


Zusammenfluß von Mühlbach (links) und Salzach (rechts)
Weiter hinten im Bild wurde noch im Februar mit Bagger und Volvo Dumper (klick) das Ufer mit Steinen befestigt. Genau diese Stellen haben gehalten, daneben ist alles in den Fluß gerutscht.

Auf dem Rückweg nahm ich die Abkürzung durch den Wald. Außer Hansi, dem Jäger, geht dort niemand her. Da das feuchtwarme Waldgebiet wie ein Dschungel war und mückengesättigt, wollte ich so schnell wie möglich wieder zum Auto. Der Weg war auch anstrengend, weil ich immer bis zu den Knöcheln mit den Turnschuhen im nassen Sand versank. Dann hielt der Matsch mal wieder einen Schuh fest, dann mußte ich wieder zurück und hineinschlüpfen und ihn mitnehmen..., oh nee, jetzt reichts mir erst einmal mit den Auen! Wäre ich doch lieber wieder zurückgefahren!

Dann dies: quer über Hansis Weg war ein Baum entwurzelt. Also mußte ich in gebückter Haltung weiter durch das Gestrüpp, bis ich endlich wieder an dem Brückengerippe war.


Umgestürzter Baum nach Hochwasser versperrt den Weg

Die einzigen Fußspuren vor mir waren die vom Jäger Hansi, daneben die seiner Jagdhündin. Wir hatten damals mit unseren Hunden gleichzeitig die Prüfung gemacht. Hansi wollte wohl nach dem Wild sehen, ob es sich noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht hat. Aber wohin? Es war ja alles überflutet!


Ich meide jetzt wirklich erstmal diesen Bereich. Außerdem bin ich völlig zerstochen von den Mücken.


Kommentare:

  1. Ja, ja, das kommt wenn man sich auf so abenteuerliche Wege begibt.
    Der Vorteil ist sicher, dass Du wieder Stoff für Deinen Blog hattest!
    Liebe Grüße, Ophelia

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